Cäteau-Cambresis (Le), auch schlechthin Le Cäteau genannt (Castrum Cameracense), Stadt im franz. Norddepartement, in Flandern, im Arrondissement von Cambrai, am Scheldezufluß Selle und an der Nordbahn gelegen, zählt (1876) 9597 C., besitztein Kommunal-Colleége, einen Gewerberat, ein 1861 eingeweihtes Krankenhaus (Höpital Paturle), eine Statue des Marschalls Mortier, Herzogs von Treviso, bedeutende Woll- und Baumwollspinnereien, viele Merino⸗‚ Shawl⸗, Wollzeug- und Seidenfabriken, Bierbrauereien, Gerbereien und Kalkbrennereien; auch werden daselbst Monatsmärkte abgehalten. — Es ist ein alter Ort und hat seinen Namen von dem Chäteau Sainte-Marie, welches um 1000 Herluin, der Bischof von Cambrai, gebaut und dessen überrest man in eine Spinnerei verwandelt hat. Die frühern Befestigungen um den Mont-Plaisir sind zerfallen. Historisch bekannt ist der Ort durch den Friedensschluß, welcher hier, nach den im Okt. 1558 in dem Kloster Sercamp oder Cercamp in Artois eröffneten Unterhandlungen, 3. April 1559 zwischen Frankreich und Spanien (Heinrich II. und Philipp II.) stattfand, demzufolge beide Reiche sich gegenseitig ihre Eroberungen herausgaben. Auch ward der Herzog Emanuel Philibert von Savoyen in die von den Spaniern eingenommenen Teile seiner Lande wieder eingesetzt, und das Versprechen gleicher Restitution gab und erfüllte Frankreich. Im J. 1642 nahmen es die Franzosen und schleiften die Festungswerke. Am 17. April 1794 schlugen bei C. die Osterreicher unter dem Prinzen von Coburg, 26. April unter Schwarzenberg die Franzofen.