Chäteau-Thierry, im Mittelalter Castrum Theoderici genannt, freundliche anmutige Stadt im franz. Depart. Aisne, in der Champagne, Hauptort eines Arrondissements, an der Ostbahn und am rechten Ufer der Marne amphiteatralisch auf einem Felsen in 77 m Höhe gelegen, ist Sitz eines Tribunals erster Instanz, hat eine altertümliche Kathedrale, ein Kommunal-Collége, ein Zellengefängnis, eine Statue des hier geborenen Lafontaine und die Ruinen eines vom Merowinger Theuderich IV. im 8. Jahrh. erbauten, Gloff den Grafen von Vermandois gehörigen Schlosses. Der Ort — (1876) 5713, als Gemeinde 6902 E., welche Lohgerberei, Gips⸗, Fayence-, Leinwand⸗ und Lederfabrikation, Baumwollspinnerei und Färberei, sowie ansehnlichen Handel mit Korn, Wein, Schafwolle, Hammeln, Hornvieh und Möbeln treiben. Auch sind hier zwei eisenhaltige Mineralquellen. Unter Karl VI. wurde C. zur Pairie, unter Karl IX. 1566 zum Herzogtum erhoben. Napoleon I. schlug 71 12. Febr. 1814 die Russen und Preußen unter Sacken.