FeedCatechu
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Catechu, Catechugummi, Cachou oder Japanische Erde (Terra japonica) ist eine unter verschiedenen Formen in den Handel kommende gerbstoffhaltige Masse, welche teils aus den Früchten der Betelpalme (Areca Catechu L.), teils aus den Zweigen und dem Kernholze einer Akazie (Kcacia Catechu Willd.), teils aus den Blättern der Gambirpflanze Uncaria Gambir Roæb.) durch Auskochen gewonnen wird. Demgemäß unterscheidet man Palmen-C., Akazien-C. oder Kutsch und Gambir-C. Von ersterm kennt man zwei Sorten, Cassu, das aus den frischen Samen der Betelpalme gewonnene Extrakt, welches in flachen, runden Kuchen von schwarzbrauner Farbe, die stets mit Reisspelzen bedeckt sind, weil sie auf Reisspreu getrocknet werden, in den Handel kommt, und Coury, die aus den bereits einmal abgekochten Samen durch nochmaliges Auskochen erhaltene Masse, von gelblich-brauner Farbe und unregelmäßiger Gestalt, welche meist in Indien verbraucht wird. Der Akazien-C. kommt aus Hinterindien unter dem Namen Pegu⸗ oder Bombay-C. und aus Vorderindien unter dem Namen bengalisches C. Ersteres ist die umefur lichste im deutschen Handel vorkommende und für pharmaceutische Verwendungen allein zulässige Catechusorte; es bildet unregelmäßige, von Blättern einer Palmenart durchsetzte und in solche eingehüllte, schwarzbraune, spröde Stücke. Das bengalische C. besteht aus unregelmäßig vierseitigen, dunkelbraunen, schweren, 6 em breiten Kuchen. Das Gambir-C., auch Gutta-Gambir genannt, die eigentliche Lerra japonica, kommt von Sumatra, Singapore, Malakka und besonders der Insel Bintang bei Singapore in mittelgroßen, graubraunen, porösen, leicht zerreiblichen, sehr leichten und daher auf Wasser schwimmenden Würfeln in den Handel. Den wirksamen Bestandteil aller dieser verschiedenen Sorten, welche in der Heilkunde als Mittel, dann zu Zahntinkturen und im gereinigten Zustande in Form versilberter Stücke unter dem Namen Cachou als WMoms aev und zur Verbesserung übelriechenden Atems gebraucht werden, bilden zwei dem C. eigentümliche Stoffe, die Catechugerbsäure und die Catechusäure oder das Catechin (s. d.). Erstere verhält sich ähnlich wie die gewöhnliche Gerbsäure, wird aber durch Eisenoxydsalze nicht blauschwarz, sondern graugrün gefällt, ist in Wasser, Alkohol und Ather löslich und soll im C. bis zu 54 Proz. enthalten sein. Das C. ist geruchlos und schmeckt anfangs rein zusammenmißt, sind unter K aufzusuchen. ziehend, dann nicht der dederra süßlich. Es wird als Gerbematerial in der Lederfabrikation, zur Ereugung von Braun in der Baumwoll- und Wollfärberel und in der Pharmacie zur Bereitung der Catechutinktur (Linctura Catechu, aus 1 Teil C. und 5 Teilen Spiritus) angewendet. Die Orientalen kauen es, gleich dem Betel, um das Zahnfleisch zu özud und den Atemgeruch zu verbessern. Es wird zu diesem Zweck im östl. Asien, Ostindien, auf den ostind. und den Südsee-Inseln seit den ältesten Zeiten in großen Massen konsumiert. Vgl. Wiesner, „Die Rohstoffe des Pflanzenreichso (Lpz. 1873).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 70Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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