Catinat (Nicolas de), Marschall von Frankreich, geb. 1. Sept. 1637 zu Paris, studierte die Rechte und ward Advokat, trat aber 1660 als Kornett bei dem Kavallerieregiment Bignon ein. Er zeichnete sich 1667 bei der Belagerung von Lille aus, erwarb sich als Generalstabsoffizier während der nächsten 10 Jahre den Grad eines Brigadiers und wurde als solcher Gouverneur von Dunkirchen. Im J. 1681 zum Marechal-de-Camp ernannt, vollzog er mit großer Klugheit die ihm von Louvois übertragene Besitzergreifung von Casale. Als Ludwig XIV. nach der Aufhebung des Edikts von Nantes auch den Herzog von Savoyen zur Verfolgung der Waldenser bewogen hatte, mußte C. 1686 gegen dieselben zu Felde ziehen. Hierauf wurde er rmißt, sind unter K aufzusuchen. 1687 Statthalter von Luxemburg und beteiligte sich an der I5 Gererall von Philippsburg. Dann erhielt er als Generallieutenant den Oberbefehl der Truppen in Jülich und Limburg, wo er, ungeachtet der Befehle Louvois', das Land zu verwüsten, mit Humanität verfuhr. Als 1689 der Krieg zwischen Frankreich und Spanien ausbrach und der Herzog von Savoyen eine zweideutige Rolle spielte, überfiel C. denselben und besiegte ihn 1689 in Italien beim Flecken Laours, eroberte Susa und trug 1690 einen neuen Sieg bei Staffarda davon. Unter dem Minister Barbezieux, nach dem Tode Louvois, war C. in seinen Operationen minder glücklich, weil er oft gegen seine eigene Ansicht fechten mußte. Dennoch eroberte er 1691 Nizza, Carmagnola und Piemont; auch rettete er Susa und nahm Montmelian in Savoyen. In dem Feldzuge von 1692 gelang es ihm mit Dauphin Macht, dem Feinde das Eindringen in die Dauphiné zu wehren, wofür Ludwig XIV. ihn mit dem Marschallstabe belohnte; 1693 siegte er bei Marsaglia nochmals. Nachdem er den Frieden mit Savoyen vermittelt, wurde er nach Flandern geschickt, wo er 1697 Ath eroberte. Der noch in demselben Jahre zu Stande gekommene Friede von Ryswifjk führte ihn nach Paris zurück, wo er fern vom Hofe lebte, bis er nach Ausbruch des span. Successionskriegs 1701 in Italien abermals den Oberbefehl übernahm. Hier fand er an dem Prinzen Eugen einen überlegenen Gegner. Bei Carpi geschlagen, mußte C. 1701 das Land zwischen der Etsch und Adda räumen; an seiner Stelle übernahm Villeroy das Oberkommando, aber mit nicht besserm Erfolge. C. wurde sodann in das Elsaß gesandt; da er aber hier die Mittel Lor unzulänglich fand, so forderte er seine Entassung, die er auch erhielt. C. starb 25. Febr. 1712. Vgl. Créqui, cMémoires pour servir à la vie de Nicolas de C.t (Par. 1775); die von der Familie des Marschalls aufbewahrten Papiere veröffentlichte Auguis unter dem Titel Mémoires v und „Correspondancen (3 Bde., Par. 1819).