Cattäro (slaw. Kotor, lat. Ascrivium), befestigte Stadt in Dalmatien, an der hintersten der sechs zusammenhängenden Meeresbuchten, die man mit dem Namen Bocche di Cattaro bezeichnet, und am Fuße der Berge Lovchien und Velivarch gelegen, Hauptort einer Bezirkshauptmannschaft (635,3 akm mit 1880] 33 757 C.). Sie zählt (1880) 2949, als Gemeinde 5088 E., darunter viele Deutsche, besitzt eine bischöfl. Kathedrale mit zwei Glockentürmen, eine alte kath. Kollegialkirche im byzant. Stile mit einer Kuppel, ein Franziskanerkloster, ein Theater, ein Realgymnasium, eine nautische Schule, zwei Volksschulen und ein Armenhaus und ist Sitz eines kath. und eines griech. Bischofs sowie eines 3 Meerbubens Lie Die am westl. Eingange des Meerbusens liegende Festung Castelnuovo schützt den Hafen und überwacht den Handel und Verkehr von Montenegro. Das 269 m über der Stadt landeinwärts gelegene Fort San-Giovanni ist durch mehrere kleinere, auf Felsen erbaute Werke und Verteidigungsmauern mit der Stadt verbunden und sichert dieselbe gegen Überfälle der Bergvölker der Crivoscie und Montenegros. Von C. aus führt eine Fahrstraße nach Cettinje. C. soll schon vor der Eroberung der Gegend durch die Römer (116 v. Chr.) bestanden haben und wurde röm. Kolonie. Nach dem Untergange des Weströmischen Reichs blieb C. gleich den andern Kustenstädten unter der Oberhoheit von Byzanz. Von den benachbarten Großen bedrängt, unterwarf es sich 1420 der Republik Venedig. Im Frieden zu Campo-Formio 1797 kam es an Osterreich, bei welchem es seit w1814 dauernd verblieb. In der Zwischenzeit gehörte C. (seit 1805) zu Italien und seit 1810 zu Französisch-Illyrien. Die Stadt wurde 1563 und 1667 durch Erdbeben fast völlig zerstört; die Umgegend ist unfruchtbar und liefert nur Ol und Wein. Bei den Aufständen von 1869 und 1881/82 in Dalmatien und der Crivoscie war C. der Hauptstützpunkt der sterreicher.