FeedCotoyieren (frz.)
ErdkundeBrockhaus 1882

Cotoyieren (frz.), parallel mit einem Flusse, Gebirge oder sonstigem Terraingegenstande marschieren; eine marschierende Truppe zur Seite und in Cotra Höhe begleiten. der ital. .½ Catanzaro, an der Mündung des Esaro in den Meerbusen von Tarent und an der Calabrischen Eisenbahn, mit einem kleinen, aber guten Hafen für Handelsschiffe, ist Sitz eines Bischofs, hat ein Kastell und hohe Mauern aus den Zeiten Karls V., eine Kathedrale und zählt (1881 9649 E., welche mit Orangen, Oliven, Ol, Wein, Honig, Süßholzsaft, Terpentin einen lebhaften Handel treiben. Auch liegen in der Nähe bedeutende Steinsalzgruben. — Das altgriech. Croton, eine achäische Kolonie, angeblich 710 v. Chr. gegründet, war eine große, mächtige Stadt, berühmt durch die Pflege der gymnastischen Künste, der sie ihre vielen olympischen Sieger (z. B. Milon) verdankte. Die Crotoniaten zerstörten 510 ihre Nebenbuhlerin Sybaris (s. d.). Unter ihnen hatte in jener Zeit Pythagoras einen ethisch-polit. Bund gegründet, gegen den noch zu Lebzeiten des Pythagoras unter Kylons Leitung eine Gegenpartei 4 . welche, aber wahrscheinlich erst nach des Meisters Tode um die Mitte des 5. Jahrh., das Versammlungshaus der Pythagoräer mit fast allen Anwesenden verbrannte. Seitdem ist Croton nie mehr zu seiner frühern Kraft und Blüte gelangt. Die Stadt unterlag 389 an der Spitze einiger anderer großgriech. Städte dem Tyrannen Dionys von Syrakus in einer Schlacht und fiel etwa 10 Jahre später selbst in seine Hände; 295 wurde sie von Agathokles überfallen und geplündert; während des Kriegs der Römer mit Pyrrhus, vor dessen Ankunft sie Mauern im Umfang von 1— 18 km hatte, wurde C. namentlich von den Meuterern in Rhegium (s. d.) erobert und größtenteils zerstört. Nach der Schlacht bei Cannä (216) ward die Stadt von den Bruttiern erobert; 194 v. Chr. erhielt sie eine röm. Kolonie. Im S. von C., und nicht bei Basantello, wie früher angenommen wurde, erlitt Otto II. 13. Juli 982 eine Niederlage durch Griechen und Sarazenen. Etwa 10 km südöstlich der heutigen Stadt liegen die Trümmer eines Tempels der Lakinischen Hera (Juno Lacinia), wo sich noch eine Säule erhebt auf dem Capo delle Colonne oder Capo di Nau, dem Promontorium Lacinium, später auch Naus der Alten. Vgl. Grosser, «Geschichte und Altertümer der Stadt C.v (2 Tle., Mind. 1866—67).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 633Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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