FeedAlatau
ErdkundeBrockhaus 1882

Alatau, d. h. buntes Gebirge, ist der Name von drei bedeutenden, in den russ.⸗chines. Grenzgebieten gelegenen Gebirgszügen, von denen zwei sich innerhalb des Semiretschenskischen Gebiets befinden, der dritte aber an der Grenze der Gouvernements Tomsk und Jenisseisk liegt. Der Dsongarische oder Cisilen sische (Semiretschenstische „erst 1840 von Schrenk und 1857 von Semenow genauer durchforscht + im S. dülichen ch und die tiefe Rinne, welche diesen mit den östlichern Becken des Sassyk-Kul und Ala-Kul verbindet, scharf abgegrenzt. Dieser A. streicht von W. gegen NO., zwis 0 46² und 44 nördl. Br.: auf ihm entspringen die sieben Flüsse Lepsa, Baskan, Sarkan, Aksu, Bien, Karatal und Koksu, von denen das Semiretschenskische Gebiet seinen Namen hat. Unter etwa 45 nördl. Br. und 98* 20/östl. L. (von Ferro) zweigt sich von ihm 9100 W. die Kopalkette ab, an deren nördl. Fuße die russ. Festung Kopal liegt, während 9001 SW. die Kette des Alamanun Altyn-Ymel( oldener Sattel) zum Ili tritt und gegen O. auf chines. Gebiete die lange Talikette des Dundttelte bert hinstreicht. Die mittlere Höhe der auptkette beträgt 1950 m, die seiner Plateaur und Längenthäler 650 —1300 m, die seiner mit ewigem Schnee bedeckten Gipfel 3400 m. Zahlreiche malerische Thäler mit reißenden Gebirgswassern öffnen sich westwärts zu dem „Siebenstromlandev (Semiretschenski-Krai) oder dem e Sibirischen Italien v, einer Ebene, die nach dem Balkhaschsee hin unfruchtbare Sandsteppe wird und der Boden eines ehemaligen großen Wasserbeckens ist. Der südliche oder Transilensische A. welcher im südl. Abhange auch Kungei-A. oder Kentschi-Tau genannt wird und erst durch Semenow (1857) und Gobulew (1859) näher bekannt wurde, erhebt sich in einer mittlern Entfernung von 50 — 65 km jenseit, d. i. im S. des Ili, kühn und steil wie eine Riesenmauer. Im engern Sinne 5 dieser 220 km lange A. ein Ausläufer des chines. Gebirges Thian-schan oder Mustaga (Himmelsebirgs), von dem es durch das ungefähr 1400 m hoch liegende Seebecken des Issyk-Kul getrennt ist, und mit dem es am Ost⸗ und Westende dieses von Gebirgen ganz umschlossenen russ. Sees in Verbindung stcht. Die beiden parallelen, fast gleichhohen Granitketten sind durch ein tiefes Thal voneinander geschieden, aber in der Mitte durch ein mächtiges Querjoch verbunden. Innerhalb der Meridiane des Issyk-Kul (94 und 96˙ östl. L. von Ferro) hat das Gebirge die mittlere Kammhöhe von 2000 m, die nach O. und W. rasch abnimmt. Am nördl. Ende des Querjochs erhebt sich der dreigipfelige Talgarnyn-Tal-Tscheku bis zu 4679 m. Die Pässe liegen hier 2600 — 3216 und auf den Seitenflügeln 1530 — 2300 m hoch, die Ebenen, dicht am Fuße des Gebirgs 650 — 975 m; an der nördl. Kette bilden wilde Apfel⸗ und Aprikosenbäume ganze Haine; in 1300 -1500 m Höhe beginnt der Nadelwald; in 2350—2440 m Höhe hört der Wald auf; in 3400—3570 m Höhe endlich liegt die untere Schneegrenze. Der danach benannte Alatauische Bezirk, d. i. das Land der Großen Kirgisenhorde und der Schwarzen Kirgisen oder Buruten (am Issyk-Kul), welcher das Siebenstrom⸗ und das Trans-Ili-Land, ein Gebiet von 175000 qkm umfaßt, bildet jetzt die Kreise Kopal, Wiernoje und Issyk-Kul der Provinz Semiretschensk des russ. Generalgouvernements Turkestan. Der Kusnetzkische A. erstreckt sich ungefähr zwischen 51e und 57 nördl. Br. in der Richtung von S. nach N. bis zur Umgegend der Stadt Tomsk. Der südl. Teil des Gebirgs steht in unmittelbarem Zusammenhange mit dem Sajanschen Gebirgsrücken, während der nördliche sich allmählich in die Sibirischen Niederungen verflacht. Die höchsten, mit ewigem Schnee bedeckten Spitzen des südlichen A. sind unter dem Namen der Abakanskischen Berge bekannt. Der Kusnetzkische A. zeigt in geognost. Hinsicht eine auffallende Verwandtschaft mit dem Ural. Auf dem n Abhange desselben befinden sich viele Goldgruben.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 319Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 1

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Erdkunde 6