Cavalcanti (Guido), ital. Philosoph und Dichter, geb. zu Florenz nach 1240, war ein Freund Dantes. Seine ei edeln Stil ausgezeichneten Gedichte stammen meist aus seiner frühern Lebensperiode und sind an verschiedene Geliebte gerichtet. In Florenz vermählte er sich 1267 mit einer Tochter Farinatas degli Überti, des Hauptes der Ghibellinen. Als dieser gestorben, nahm er dessen Stelle ein und geriet bald mit Corso Donati, dem Haupte der Guelfen, in blutigen Hader. Deshalb verbannte die Bürgers die Häupter beider Parteien, und zwar die Ghibellinen nach Sarzana. Wegen der dortigen ungesunden Luft rief man letztere zwar bald wieder zurück; doch C.s Gesundheit war schon so angegriffen, daß er 1300 zu Florenz starb. Seine Canzone „Donna mi pregav, welche vom Kardinal Egidio Colonna (Siena 1602), Fra Paolo del Rosso (Flor. 1568), Girolamo Frachetta Gened. 1585) u. a. kommentiert wurde, hat ihm den meisten Ruhm erworben. Seine 4Rime edite ed inediteo wurden von Cicciaporci (Flor. 1813) herausgegeben. Giovanni C., ein anderer, als Geschichtschreiber bekannter Florentiner, Mitglied der berühmten Accademia platonica, verfaßte «Istorie Fiorentiner, welche den Zeitraum von 1420—52 mit vielem Lobe für Cosmo de' Medici darstellen und von Machiavelli als Quelle benutzt wurden. Hiervon veröffentlichte zuerst Moreni die zwei auf die Verbannung und Zurückkunft Cosmos de' Medici sich beziehenden Bücher (Della carcere, dell' ingiusto esiglio e del trionfal ritorno di Cosimo, etc.», Flor. 1821); die einzige vollständige Ausgabe der «Istoriev besorgte Polidori (2 Bde., Flor. 1838). Bartolommeo C., aus einer edeln florentin. Familie, war im Okt. 1503 geboren, kämpfte jung für die Freiheit seines Vaterlandes als Gegner der Medici und zeichnete sich durch Tapferkeit wie durch Rednergabe aus. Nach der Ermordung Alexanders und der Erwählung Cosmos de' Medici verließ er seine Vaterstadt, hielt sich kurze Zeit in Ferrara auf und trat darauf in Frankreich in die Dienste des Kardinals Hippolit von Este. Endlich ging er nach Rom, wo Paul III. ihn in reveebt Geschäften gebrauchte. Seine letzten . verlebte er in Padua, wo er 9. Dez. 1562 starb. C.s Rettoricap (Vened. 1559 u. öfter) behandelt die lechäst Kaue nach Aristotelischen Grundsätzen. Geschätzt ist auch sein Trattato, ovvero discorsi sopra gli ottimi reggimenti delle repubbliche antiche e moderne (Vened. 1571 u. öfter). Vgl. Lettere di Bartolommeo C. (Bologna 1869).