FeedCayambé oder Cerroblanco
ErdkundeBrockhaus 1882

Cayambé oder Cerroblanco, gewöhnlich C.⸗Urku, d. h. Feuerberg, ein vulkanischer Gipfel der Andes von Ecuador, 95 km im ONO. von Quito, fast unter dem Aquator gelegen. Er hat 5840 m Höhe, an seinem Fuße sind Ruinen eines Tempels und alter Inkabefestigungen. „Cayeune, Hauptstadt von Französisch-Gugiana in Südamerika, die einzige Stadt dieser Kolonie, liegt auf der Nordwestseite der Insel Cayenne, welche im N. vom Meere, im O. von der 6 km breiten und 5,5 m tiefen Mündung des Oyace, im W. von der Mündung des kleinern Cayenneflusses und im S. von einem diese beiden Flüsse verbindenden Kanal (Rivière du Tour de l'Isle) begrenzt wird. Die Insel hat 11 und 8 Em Durchmesser und 420 akm Fläche, ist im N. hügelig, im S. niedrig, in der Regenzeit sehr feucht und leidet sehr von quälenden Insekten. Auf der Seeseite wird die Stadt durch starke Werke, auf der Landseite durch Moräste und Wald geschützt. Die kleinere Altstadt ist eng und schlecht gebaut, die beträchtlichere Neustadt hat breite und luftige Straßen, bessere Häuser und eine schöne Kirche. Zwischen beiden liegt die mit Orangenbäumen bepflanzte Place d'Armes. Der Hafen, an der Mündung des C., ist der beste der Kolonie, aber nur für Schiffe mittlerer Größe zugänglich; größere Fahrzeuge ankern vor der Mündung des Oyac. Das Klima der Stadt ist sehr feucht, aber nicht gerade ungesund, mißt, sind unter K aufzusuchen. die Regenzeit dauert acht Monate, vom November bis Juni, unterbrochen von einem kurzen März-Sommer; Juli bis November sind überaus trocken. C. zählt (1877) 7632 E., worunter 384 Indianer und 38 Neger, ist der Sitz der obersten Regierungs- und Justizbehörde sowie des apostolischen Vikars der Kolonie und hat einen Gerichtshof, einen Assisenhof, ein Tribunal erster Instanz, ein Friedensgericht und einen Polizeigerichtshof, Kasernen, ein großes Militär⸗ und ein Civilhospital, die Bank von Franzoösisch-Guaiana, die Regierungsdruckerei, ein von Mönchen geleitetes College und mehrere Elementarschulen und einen Akklimatisationsgarten. Die Stadt bildet den Stapelplatz für den ganzen auswärtigen Handel der Kolonie. Der Hafen kann Schiffe von 500 t aufnehmen. Der Verkehr mit dem Mutterlande ist sehr bedeutend. Ausfuhrartikel sind Deusgolkero Gold, Roucou oder Orlean, Farbe- und Nutzhölzer sowie Gewürznelken, wogegen Zucker und besonders Kaffee, Kakao u. s. w. nur noch unbedeutende Artikel bilden (1874 für 4645000 Frs., wobei 4 Mill. für Waschgold). Hauptartikel der Einfuhr (1874 für 6870000 Frs.) sind Gewebe aller Art, Kleidungsstücke, Modewaren, pariser Industriegegenstände, Weine, Weizen und Weizenmehl, Rindvieh, gesalzenes Tabut; gesalzene, 2 Eie und geräucherte Fische, Tabak u. s. w. — Die Stadt wurde 1626 durch Niederlassungen von Rouen aus ge-Darietbe denen 1630 und 1633 neue Zuzüge aus rselben Stadt folgten. Poncet de Bretigny errichtete 1643 eine Kolonisationskompagnie aus Kaufleuten zu Rouen und ging mit 400 Mann nach C. ab, wo er das Fort Cepéron erbaute. Doch verließen die Franzosen schon 1654 die Kolonie wieder, worauf sich die Engländer derselben bemächtigten, die aber 1664 genötigt waren, den Platz wieder zu räumen. Ihre Stelle nahmen 1675 die Holländer ein, die im Jahre darauf von den Franzosen verdrängt wurden. Die franz. Regierung nahm sich jetzt der Kolonie wärmer an. Von 1809 bis 1814 gehörte die Stadt den Engländern und Portugiesen, doch seitdem wieder den Franzosen. Während der franz. Revolutionszeit und dann wieder seit 1852 war der Name C. bekannt als Verbannungsort. Doch sind seit 1854 die Detentionsorte der Verbannten nicht mehr in der Stadt C. ber K. sondern an verschiedenen andern Punkten er Kolonie. (S. Guaiana.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 94Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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