Certosa di Pavia, eins der Cisenbahn, Klöster, liegt an der Oberitalienischen Eisenbahn, 8 km nördlich von Pavia und 28 Em südlich von Mailand und wurde von Giovanni Galeazzo Visconti gegründet als Buße der Verbrechen, durch die er auf den Herzogssitz gelangte; der Grundstein wurde 8. Sept. 1396 gelegt. Nach Schinkels Urteil ist es mit seiner men das schönite aller und seinem roman.⸗got. Innern das schönste äller got. Bauwerke. Welcher Architekt den ersten Plan entworfen, ist unbekannt. Bereits 1398 zogen die Kartäusermönche ein und bald darauf starb der Herzog, roße Summen zur Vollendung von Kirche und iloster hinterlassend. Eingeweiht wurde die C. 3. Mai 1497, doch dauerte der Bau noch bis 1542 und im 17. Jahrh. wurden noch einige Anbauten emacht. Die Einkünfte beliefen sich auf 1 Mill. 15. als Kaiser Joseph II. 1782 das Kloster aufob; 1843 wurde es den Mönchen wieder übergeben, ist aber jetzt ganz en at-Arer Die Kirche, in Form eines dreischiffigen lat. Kreuzes, ist 77 m lang und 54 m breit und zeigt nur im Gewölbe, nicht in den * und Scheidbogen, den Spitzbogen. An der rechten Seite befinden sich sieben, an der linken sechs Kapellen, zwei an den Enden des Querschiffs, eine größere mit dem Hauptaltar am obern Ende des Hauptschiffs; eine großartige Kuppel wölbt sich über dem Centrum des Kreuzes. Die außerordentlich reiche und prachtvolle Facade, deren Entwurf von Ambrogio Borgognone (da Fossano) aus dem J. 1473 stammt, gehört zu den glänzendsten Werken der Frührenaissance. Ganz in weißem Marmor ausgeführt, ist sie überreich mit Skulpturen geschmückt, welche das Architektonische fast verdrängen. So zieren schon den Sockel Reliefs und Medaillons und sind die Mittelstützen der Fenster als reiche Kandelaber gestaltet. Denselben Überreichtum an Bildwerken, die sich alle, soweit sie noch das Gepräge des 15. Jahrh. tragen, durch jene der ganzen damaligen lombard. Kunst eigentümliche Zartheit, Grazie und sinnvolle Anmut auszeichnen, gewähren auch verschiedene Monumente im Innern der Kirche. Unter den vielen Bildhauern, die für die Ausschmückung der C. wirkten, befinden sich auch Andrea Fusina und Antonio Amadeo, der im Verein mit Giacomo della Porta und andern das Grabmal des Stifters ausführte. Die Wände der Kapelle, in welcher der außerordentlich prachtvolle Hauptaltar der besten Zeit (1510) steht, sind von Dan. Crespi 1630 al fresco ausgemalt. In der neuen Sakristei befindet sich eine Himmelfahrt Mariä von Andrea Solario; auch ziert die Kirche ein herrliches Altarblatt mit dem gekreuzigten Heilandvon Ambrogio hie Moster⸗ (1490). Von Bedeutung sind ferner die Klosterräume; der große Kreuzgang mißt 125 und 102 m; seine 128 Arkaden (34 zu 28) ruhen auf Marmorsäulen; an den drei Seiten liegen die 24 Zellen-Bal. (Di je mit drei Zimmern und einem Gärtchen. gl. Die C. bei Paviav (20 photograph. Originalaufnahmen von A. Noack in Genua, Lpz. 1882).