Champlain, ein langgestreckter, schmaler Binnensee der Nordamerikanischen Union zwischen 44 und 45 nördl. Br. und den Adirondacks und den Green Mountains gelegen, bildet größtenteils die Grenze zwischen dem Staate Vermont und Neuyork, während er mit seinen nördl. Enden in das Gebiet von Untercanada hineinreicht, ist 1982 qkm 8.6 von N. nach S. 200 km lang, von O. nach .0, — 24 km breit. Seine Hauptmasse bildet der nördl. Teil mit einer Tiefe von 90—180 m. Im S., wo er durch einen natürlichen Kanal in den südwestlich gelegenen, durch die en Geo seiner Ufer an die schwei er Seen erinnernden Georgssee ubergeht, zieht er sch in den Narrows zu einem engen Felsenbette zusammen, behält jedoch auch hier noch eine Tiefe von 30—45 m. Der See steht durch den seit 1820 eröffneten Nordkanal mit dem Flusse Hudson, durch den Westkanal mit dem Eriesee und durch seinen Abfluß, den Richelieu (welcher auch die Namen St.⸗John, Chambly und Sorel trägt), mit dem St. Lorenzstrom in Verbindung. Seine bedeutendsten Zuflüsse sind auf der Ostseite: der Missisque, Lamoille, Winovski und Otter; auf der Westseite: Au Sable, Saranack und Chazy. Von seinen 60 Inseln sind die größten: North⸗ und South⸗-Hero, La Motte und Pleasant, welche zu dem Gebiete von Vermont gehören. Die Ufer des fischreichen Sees sind besonders an der Westseite steil und felsig, wo die Adirondackgebirge nahe an ihn herantreten, während im O. die Grünen Berge von Vermont sanfter abfallen. Der C. bringt die darangrenzenden Staaten sowie Untercanada in eine lebhafte und vorteilhafte Verbindung; er trägt im Sommer große Fahrzeuge und friert im Winter so fest zu, daß er mit den schwersten Schlitten befahren werden kann. Die Schiffahrt beginnt gewöhnlich Anfang April und dauert bis in den Dezember —.— Die mit Montreal und den großen östl. Städten durch Eisenbahnlinien verbundenen, anliegenden Ortschaften treiben meistens Handel, besonders Burlington und St.⸗Albans auf der Ostseite, Rouse's Point am nördl. Endpunkt des Sees und Plattsburgh auf der Westseite. Zwischen den Seen C. und Georg, nordwestlich von dem letztern, liegen die Ruinen des in den frühern Grenz- und franz.⸗engl. Kriegen bekannt gewordenen Forts Ticonderoga. Am 11. Sept. 1814 erfocht eine amerik. Flotte unter dem Kapitän Maedonaugh einen glänzenden Seesieg über die Engländer, als diese von Canada aus eine Invasion des Staates Neuork versuchten, und es hierbei auf den Besitz des ees ankam. Seinen Namen empfing der See von Samuel de Champlain, welcher ihn 1609 entdeckte.