Charente, im Altertum Carantonus, ein bedeutender, 361 km langer, sehr fischreicher Küstenfluß der Westabdachung Frankreichs, entspringt in der 319 m hohen Vorterrasse von Limousin im Depart. Ober-Vienne, beim Dorfe Chéronnac, nähert sich auf 3 Em der Vienne und mündet 15 Em. unterhalb Rochefort zwischen den Eilanden Aix und Ile-Madame, gegenüber der größern Insel Oleron. Die wichtigsten der zahlreichen Nebenflüsse sind rechts die Boutonne, links die Tardoire-Bonnieure mit dem Bandiat, der Né und die Seugne. Flößbar wird die C. bei Civray. Die Schiffbarkeit beginnt 168 Em von der Mündung bei Angoulême; Seeschiffe gehen 30 Km weit bis Tonnay-Charente hinauf, wo eine der kühnsten Hängebrücken Frankreichs über den Fluß führt. Die Flut steigt gewöhnlich bis Saintes, und oberhalb dieser Stadt sind 27 Schleusen nötig, um die Schiffbarkeit zu unterhalten. Der Schiffsverkehr auf der C. ist bedeutend. Der Fluß gibt wei Departements den Namen, welche, abgesehen vom Depart. Gironde, die ergiebigsten an Wein sind, der jedoch meist zur Fabrikation von Weingeist, Branntweinen (Cognac) und Liqueuren verbraucht wird. Das Departement Charente ist aus dem ehemaligen Angoumois und einigen kleinern Gebieten von Limousin, Poitou und Saintonge gebildet. Es umfaßt 5942,35 qkm, wird von der mißt, sind unter K aufzusuchen. C., von deren Nebenflüssen Tardoire mit dem d Bandiat und andern sowie von der Vienne und 1 Dronne bewässert und von einem, zumal im Osten, hügeligen und bergigen Terrain erfüllt. Das * Klima des Landes ist im allgemeinen mild, die Luft rein und gesund. Das Mineralreich liefert desonders Eisen. Laubholzwaldungen sind ziem erd zahlreich, Obstbäume seltener. Die Kastanie ersetzt nicht allein das Brot, sie dient auch zum Viehfutter. Sehr mittelmäßige Weine, sowohl rote als weiße, auf 1000 akm angebaut, sind das vorzuglichste Erzeugnis des Bodens und gehören, in Branntwein (Cognac) verwandelt, zu den wichtigsten Ausfuhrartikeln. Der Ertrag an Getreide reicht für den Bedarf der Bevölkerung hin. Ein wichtiges Produkt sind die Trüffeln. Pferde und Rindvieh zieht man wenig, dagegen viele Maultiere und Esel, und Schafe in großer Menge, Schweine sogar zur Ausfuhr. Auf den künstlichen Wiesen werden über 30000 Stück Rindvieh gemästet, die man einführt, um sie wieder auszuführen. Von Wichtigkeit ist ferner die Geflügel⸗ und Bienenzucht. Die Industrie beschränkt sich auf die Verarbeitung des Eisenerzes in Eisenhütten und Hohöfen (Kanonengießerei zu Ruelle mit 200 Arbeitern), auf berühmte Papierfabrikation, Fayence- und Topferwarenfabrilation, Loh⸗ und Weißgerberei, Korkpfropfenbereitung, einige Tuch⸗ und Kattunfabrikation. Der Handel ist noch vorherrschend auf den Schiffsverkehr mit den Rohprodukten beschräntt. Das Departement zählt (1881) 367451 C. (gegen 373 950 im J. 1876, Abnahme 17 Proz.), hat zur Hauptstadt Angouleme (s. d.) und zerfällt in die . Tandeneut und ee Angouleme, Cognac, Ruffec, arbezieux und Confolens, in 29 Kantone und 426 Gemeinden. Vgl. Joanne, „Geographie de la Charenter (Par. 1868); Lièvre, „Exploration archéologique du département de la Charenter (Angouléme 1881). Das Departement Rieder-Charente (Charente-inférieure), aus dem frühern Aunis, dem größten Teile von Saintonge und einem kleinen von Poitou gebildet, stößt mit seinen teils sandigen, teils sumpfigen Niederungen an die flache, 99 km lange, sehr ausgezackte Küste, umfaßt mit den vorliegenden Inseln Ré, Oléron, Ile-Madame und Aix 6825,60 Akm und wird an den Grenzen von der Sevre-Niortaise und Gironde, in der Mitte von der schiffbaren C., südlicher von dem 75 km langen, aber zuletzt ebenfalls schiffbaren Küstenflüßchen Seudre bewässert. Das Klima ist mild, nur in den sumpfigen Küstenniederungen im Sommer ungesund. Man baut Getreide auf einem Drittel der der We Hanf, Flachs, Safran, Obst, Pferde⸗„Rindvieh⸗ und Cardelt nicht unbedeu- und Häfen von der Seeseite und. durch Wasserstraßen, wie den Kanal von Niort, im Innern vorteilhaft unterstützt wird. Die Hauptausfuhrartikel deutendsten bloß ort (s. d.) für den Krieg und Handel, und blo die Hauptstadt des Departements. Das Departement zählt (1881) 462 659 E. (gegen 465 628 im N. 1876, Abnahme 0,6 Hele und zerfällt in die 6 Irrondissements La-Rochelle, Rochefort, Marennes, Saintes, Jonzac und St.⸗Jean d'Angely, in 40 Kantone und 479 Gemeinden. Vgl. Joanne, (Géographie de la Charente-inférieuren (Par. 1877).