Chares von Lindos auf der Insel Rhodus, war ein Schüler des Bildhauers Lysippus und ist berühmt durch die um 290—280 v. Chr. aufgestellte kolossale Bronzestatue des Sonnengottes am Hafen der Stadt Rhodus, des sog. Kolosses (s. d.) von Rhodus. C. besaß eine genaue Kenntnis der Proortionen und eine große Meisterschaft in Behandung der Formen des menschlichen Körpers und im Erzguß. Andererseits gereicht es Mar nicht zum Lobe, daß er in dem Streben nach Massenwirkung und Effekt in der Richtung seines Meisters weiter ing, wiewohl ihm hierin allerdings die Neigung semer Landsleute ent adns noch 100 sein muß, da man auf der Insel Rhodus noch 100 andere, wenn auch kleinere Kolosse zählte. Er ist der erste bedeutende Meister in der in den letzten Jahrhunderten vor Christus in seiner Heimat zu großer Blüte gelangenden Kunst. ö Charette (Athanase, Baron von), franz. Offi⸗ ) zier, geb. 1828, trat in die päpstliche rmee, focht bei Castelfidardo mit, kehrte 1870 nach Frankreich „zurück und bildete dort eine Freiwilligen-Legion, mußte aber, bei — 2. Dez. schwer verwundet, sich über die Loire zurũ I di Als starrer Legiti⸗ „mist 7 er jede Wahl in die Nationalversamm: „lung ab, zog sich ins rivatleben zurück und tritt (nur bei Wallfahrten und legitimistischen Kundngebungen an die Offentlichkeit. ö . Charette de la Contrie (Frangois Athanase), „ der kühnste Anführer im Kriege der Vendeer gegen ddie Französische Republit, geb. zu Couffé bei An⸗ „Peenis 21. April 1763, trat 1779 bei der Marine ermißt, sind unter R aufzusuchen. ein und war 1789 Schiffslieutenant. Als Gegner der Revolution wanderte er 1790 nach Koblen aus; aber Spielverluste veranlaßten ihn bald na der Bretagne zurückzukehren, wo er den Ee Chef der Nationalgarde wurde und auf dem Schlosse Fonte-Clause bei Machecon in Poitou lebte. Um den Thron zu retten, ging er dann heimlich nach Paris, wo er 10. Aug. 1792 in große Gefahr geriet. 0 die Heimat zurückgekehrt, wurde C. von den Bauern des untern Poitou zu ihrem Führer gewählt, nahm zwar nur mit Widerstreben diese Würde an, suchte aber dann mit 2— ein Heer zu organisieren. Nach wiederholten Niederlagen, die er durch den Konventsgeneral Boulard 1793 erlitt, von dem größten Teile seiner Truppen verlassen, führte er mit wenigen Getreuen einen wilden Angriff auf die Republikaner an der Brücke von St.⸗James aus, in der Nähe von St.⸗Colombin. Dieser verzweifelte Schritt glückte, und C. brachte es in kurzer Zeit dahin, daß die Royalisten Herren der derdor untern Vendée wurden, worauf die Chefs der obern Bretagne, Cathelineau an ihrer Spitze, sich mit C. in Verbindung setzten. Als nach Cathelineaus Tode die Anführer der Vendéer nicht ihn, sondern Eblée zu ihrem Generalissimus wählten, verließ C. nach dem Siege Bonchamps über die Republikaner unter Kleber plötzlich die Armee und kehrte in das vom Feinde eräumte Gebiet zurück. Hier alsbald geschlagen, aßte er, als die sog. Glaubensarmee zu Mans und Chantonay eine völlige Niederlage erlitten, den Entschluß, die Trümmer dieses Heeres zu sammeln und sich so zum Generalissimus des Aufstandes zu machen, wurde hieran jedoch wesentlich durch die gegenseitige Eifersucht der Insurgentenführer gehindert. Nach fast gänzlicher Auflösung des Heeres verpflichtete sich C. 15. Febr. 1795, die Waffen niederzulegen, den Konvent anzuerkennen und sokiet seine Hand zur Unterwerfung Stofflets zu ieten. Er begab sich nach Nantes, kehrte aber, vom General Hoche beleidigt, 4 in sein Hauptquartier zurück und eröffnete die Feindseligkeiten aufs neue. Seiner kühnen Operationen ungeachtet neigte sich jedoch der Aufstand seinem Ende zu. Nach einem mörderischen Gefechte bei St. Cyr 25. März 1796 floh C. in den Wald von Aizenay, von wo aus er einen Guerrillakrieg versuchte. Fast gänzlich verlassen, entfloh er noch in den Wald von Chabotiere, wo man ihn verwundet liegen fand. Nach Nantes gebracht, wurde er hier 29. März 1796 erschossen. R. Le Bouviers, «Vie du Général C.» (neue Aufl., Nantes 1823).