Dantan (Jean Pierre), genannt der jüngere D., franz. Bildhauer, geb. zu Paris 25. Dez. 1800, Schüler von Bosio, erwarb den großen Preis der Bildhauerei in der pariser Kunstschule und damit das Stipendium für vier Studienjahre in Rom, wo er bereits anfing, originell aufgefaßte kleine einer 3 zu verfertigen, welche bekannte Personen einer Zeit und Umgebung auf geistreiche Weise karikierten, ohne der Ahnlichkeit Eintrag zu thun. Die Zahl solcher Gipsstatuetten vermehrte sich beträchtlich bei der Rückkehr des Künstlers nach Frankreich und bildete sein agroteskes Museumo, das fast alle gleichzeitigen Celebritäten umfaßte. Weniger bedeutend sind seine ernstgemeinten Schöpfungen. Es existieren jedoch von ihm verdienstliche Arbeiten höhern Stils, wie die Statue Boieldieus für den Corso in Rouen, die lebensgroßen Büsten des Marschalls Canrobert, sowie die von Rossini, Spontini, Bellini u. a. Er starb 6. Sept. 1869 zu Baden-Baden. — Antoine Laurent D., älterer Bruder des vorigen, geb. zu St.⸗Cloud 8. Dez. 1798, franz. Bildhauer, hatte ebenfalls Bosio zum Lehrer, war auch Laureat der pariser Kunstschule und Zögling der Französischen Akademie zu Rom. Seine besten Werke, der mit seinem Hunde spielende Knabe (Marmor, 1835), die Tamburinschlägerin (Bronze,‚ 1838), sind stilgemäße, aber kalte Nachahmungen der schematischen röm. Antike, ohne geistige Bedeutung und belebenden Ausdruck. Er starb 31. Mai 1878 zu St.⸗Cloud.