Courbet (Gustave), franz. Maler, geb. 10. Juni 1819 zu Ornans in der ehemaligen Franche-Comté und auf dem College in Besanecon erzogen, wurde von seinem Vater für den Advokatenstand bestimmt Conversations-Lexikon. 13. Aufl. IV. und zu diesem Zweck 1839 20 4 geschickt, wo ihn jedoch die Neigung zur Malerei führte. Aufsehen erregte zuerst auf der Ausstellung von 1849 eine: Na Nuseum voniOlle zu Ornans (jetzt im tädtischen Museum von Lille). Das Bild wurde von der Regierung angekauft und dem Maler bei der Austeilung der Preise die zweite goldene Medaille zuerkannt. Es folgten: Das Begräbnis zu Ornans (1850), ein Bild von kolossaler Dimension und einigen dreißig lebensgroßen Figuren, an dem man besonders die unwürdige Auffassung eines so ernsten Gegenstandes rügte; Die Marktbauern (1851) und die äußerst realistisch dargestellten Badenden Weiber (1853); letzteres Bild wurde von C.s Freund und Gönner, Bruyas, in Montpellier angekauft, dessen Sammlung ein anderes Gemälde von C. enthält, welches die Begegnung der beiden Thel: auf der Landstraße darstellt und unter dem itel: Bon jour, Maitre C.! bekannt ist. Die Rückkehr von der Konferenz (jubelnd und taumelnd vom Schmause kommende Landpfarrer, 1863 als beleidigend für die öffentliche Moral zur Ausstellung nicht uch-saurit und die Lesbierinnen (ein aristophani aih sind in Gemälde der pariser Cocottenwirtschaft 8 in demselben niedrigen Genre ge-Ronter Die Kornsieberinnen (1855, Museum von antes), Das Jägerrecht der Hunde beim Treibjagen (1857), Die Frühlingsbrunst(1861), Die Hirschjagd (1863), Das Rehlager (1866), Der gefangene Hirsch (1869), viele Landschaften und Marinen sind Bilder von derbem Realismus, welche von C.s lebhaftem Naturgefühl und seiner ungewöhnlichen technischen Gewandtheit zeugen. Seine überspannten polit. Ideen verleiteten ihn als Präsident der zur on 14. Ceyt Museumsschätze eingesetzten Kommission 14. Sept. 1870 1. dem Vorschlag die Vendömesäule als ein in emt em insicht ganz wertloses und in der Idee mit dem Geist der modernen Bildung unverträgliches Monument abzubrechen. Die 24—— der Nationalverteidigung nahm keine Notiz von diesem Vorschlag; nachdem aber C. im 6. Arrondissement zum Mitgliede der pariser Commune gewählt und in Kunstängelegenheiten zum Delegaten, d. h. zu einer Art Oberintendanten, bestellt worden, dekretierte die Commune auf seinen Antrag 12. April 1871 das Abreißen der Vendömesäule, welches dann 16. Mai wirklich stattfand. Nach der Niederlage der Commune wurde C. verhaftet, vor das Kriegsgericht gestellt und zu sechsmonatlicher Gefängnis trafe, und später, im Sommer 1875, auch noch zum Ersatz der Kosten für die Wiederaufrichtung der Vendöme⸗ — verurteilt. Er starb 31. Dez. 1877 zu La Tour e Peilz bei Vevey.