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Bildende KunstBrockhaus 1882

Coypel, eine franz. Familie, aus welcher mehrere berühmte Maler stammen. — Noel C., geb. zu Paris 25. Dez. 1628, wurde viel von Ludwig XIV. beschäftigt und 1663 in die Akademie ansgedonnnon Dann übertrug man ihm die Malereien im alten Louvre, nach den Kartons von Lebrun, und die in den Tuilerien, nach deren Vollendung ihn der König zum Direktor der franz. Akademie in Rom ernannte. Später kehrte C. nach Paris zurück und begann noch in seinem 78. Jahre die große Kapelle des Hötel des Invalides mit Fresken auszuschmücken, starb aber 21. Dez. 1707 während der Arbeit. Unter seine vorzüglichsten Gemälde zählt man die Marter des heil. Jakobus in der Kirche Notre-Dame; Kain, der seinen Bruder ermordet, sein Aufnahmestück für die Akademie; die Dreieinigkeit und die Empfängnis der heiligen Jungfrau im Hötel des Invalides. C.s Werke zeugen von einer reichen Einbildungskraft, sind korrekt gezeichnet und haben ein liebliches Kolorit. Antoine C., des vorigen Rahri geb. zu Paris 11. April 1661, ging als 11jähriger Knabe mit seinem Vater nach Rom und begann sich dort nach den großen Meistern, besonders den venet. Koloristen, zu bilden. Dieses Studium wurde durch seine allzu frühe Rückkehr nach Frankreich zum Nachteil seiner Ausbildung unterbrochen. Doch seine reiche Erfindungsgabe und sein blendendes Kolorit ließen die Ungründlichkeit der Zeichnung und den Mangel an Harmonie übersehen. Er ward ein vielbegehrter und geehrter Maler. Schon im 20. Jahre wurde er Mitglied der Akademie, später eadelt, Direktor der Akademie und 1715 erster Maler des Königs. Sein Stil, auf den Reformen Berninis basierend, schließt sich dem damals tonangebenden Lebrun an. Er veröffentlichte Discours prononcés dans les confrences dans L'académie de la peinturep (Par. 1721) und ein poetisches Schreiben an seinen Sohn. Auch hatte er bedeutenden Anteil an der Hlistoire du roi Louis le Grand par les médailleso (Par. 1691) und den (Médailles sur les principaux événements du regne de Louis le Grando (1702). Er starb zu Paris 1. Jan. 1722. Noel Nicolas C., Stiefbruder des vorigen, gewöhnlich C. der Onkel genannt, geb. zu Paris 18. Nov. 1690, gest. daselbst 14. Dez. 1734, hielt sich, dem herrschenden Geschmack entgegen, an die Nachahmung der Natur, fand aber weniger Beifall als die vorigen und erhielt erst spät eine Stelle in der Akademie. Für seine beste Arbeit hält man ein Gemälde am Gewölbe der Kapelle der heil. Maria in der Kirche von St.⸗Sauveur zu Paris. Charles Antoine C., der Sohn Antoines, geb. zu Paris 11. Juni 1694, folgte der Manier seines Vaters und fand reichen Beifall, da er dem Zeitgeschmack entgegenkam. Sein Kolorit ist grell und seine Gemälde sind hingeworfene blendende Farbenmassen ohne Harmonie. Er stach auch eine große Menge von Blättern eigener Erfindung und zeichnete viel für Gobelinfabrikation. C. starb als erster Maler des Königs Ludwig XV. von Frankreich 14. Juni 1752 und hinterließ auch mehrere Lust⸗ und Trauerspiele.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 654Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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