FeedChaux de Fonds (La)
ErdkundeBrockhaus 1882

Chaux de Fonds (La), großes, stadtartig gebautes Dorf, Hauptort des gleichnamigen Bezirks im schweiz. Kanton Neuenburg, liegt 992 müber dem Meere, 15 km nordwestlich von Neuchätel unweit der franz. Grenze in einem einförmigen, rauhen Hochthale des Jura, umgeben von 1000 —. 1300 m hohen, mit Nadelwald bedeckten Höhenzügen. Der Ort, den seine Bewohner mit Stolz «das große Dorfo nennen, ist regelmäßig angelegt mit breiten, geraden Straßen und steinernen, zum Teil sehr ansehnlichen Häusern, besitzt zwei Kirchen, ein monumentales Schulgebäude, ein Planetarium, ein Amts⸗ und ein Stadthaus, ein Theater und ein Casino und zählt (1880) 22456 C., worunter 18727 Protestanten, 3077 Katholiken und 541 Jsraeliten. Nächst Locle (s. d.) ist C. der Hauptsitz der schweiz. Uhrmacherei und der mit derselben verbundenen Nebengewerbe, wie Gold-, Silber⸗ und Bronzearbeiten, Emaillieren und Gravieren, Achat- und Krystallschleiferei, Bildsch nitzerei, Malerei und Fabrikation mathem., physit und musikalischer Instrumente. C. ist der Knotenpunkt dreier Bahnlinien, die dasselbe mit Neuchätel, dem bernischen St. Immerthal und Biel und mit Locle verbinden; eine Fortsetzung der letztern Linie durch den Col des Roches nach Morteau und Besangon ist im Bau. Das Dorf, dessen Wachstum an dasjenige der neugegründeten Städte Nordamerikas und Australiens erinnert, verdankt seine Entstehung einem des sh in der Grafen von Valangin, um welches sich im Verlaufe der Zeit einige Hütten gruppierten. Im J. 1512 erhielt das Dörfchen, das erst sieben Häuser zählte, eine Kapelle. Am Ende des 17. Jahrh. wurde von Locle her die Uhrmacherei eingeführt und damit die Blüte des Ortes begründet. Im J. 1794 wurde der Ort fast gänzlich durch eine Feuersbrunst zerstört und darauf in Stein wieder aufgebaut. C. ist der Geburtsort des Malers Leopold Robert und der berühmten Mechaniker und Automatenverfertiger Droz.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 218Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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