FeedDietheoretische Grundlage der C.
NaturlehreBrockhaus 1882

Dietheoretische Grundlage der C., wie sie aus den Entdeckungen der Genannten und ihrer uberwiegenden Mehrzahl der Chemiker angenommen wird, ist folgende. Die Körperwelt ist trotz ihrer unendlichen Mannigfaltigkeit aus einer beschränkten Zahl von Substanzen zusammengesetzt, in welche man dieselbe zerlegen kann. Substanzen, welche bisher durch kein Mittel in andere zerlegt werden können, werden mit dem Namen Elemente (s. d.) oder Sd Rerhi bezeichnet; die Substanzen, welche aus der Verbindung von Elementen entstehen oder welche in Elemente zerlegt werden können, heißen zusammengesetzte Körper oder Verbindungen. Niemals kann man durch rein mechan. Mittel einen zusammengesetzten Körper in seine Grundstoffe zerlegen. Man mag Eisenoxyd, d. i. die Verbindung des Eisens mit Sauerstoff, noch so fein zerreiben, niemals wird man auf diese Weise daraus metallisches Eisen und Sauerstoff wiederherstellen können. In einzelnen, wenn au seltenen Fällen genügt zu einer solchen Zerlegung die Zufuhr von Wärme. So kann durch Erhitzen das 70mb Kertegt in seine Bestandteile Silber und Sauerdies zerlegt werden, So kann das Wasser durch ie Hitze einer uerttosf, seine Platinkugel in 4** stoff und Sauerstoff, seine Bestandteile, zerlegt werden. Leichter gelingt in vielen Fällen die Zerlegung einer Verbindung durch den galvanischen Strom. Wenn man die Pole einer galvanischen Batterie in Wasser taucht, so entwickelt sich am negativen Pol Wasserstoff, am . Pol Sauerstoff Aber in den meisten Fällen hat man zur Zerlegung einer Verbindung zu solchen Substanzen seine Zuflucht genommen, welche zu einem ihrer Bestandteile eine vorwaltende Anziehung besitzen. Wenn man z. B. aus Eisenoxyd Eisen darstellen will, so glüht man das Int wesch mit Kohle, weil die Kohle zu der Substanz, welche mit dem Eisen im Eisenoryd verbunden i% zum Sauerstoff, eine rößere Anziehung besitzt als das Eisen. Der Sauerkoff verläßt darum das Eisen und tritt an die Rohle und verwandelt sie in Kohlensäure, während das Eisen aus seiner Verbindung entlassen wird. Die chem. Anziehungskraft der Elemente zueinander wird auch als chem. Verwandtschaft (s. dieselbe von bezeichnet, und um anzudeuten, daß dieselbe von einem Element zu einem zweiten größer oder kleiner ist als zu einem dritten, daß sie also verschieden ist zwischen Elementen verschiedener Natur, hat man das Wort Wahlverwandtchaft erfunden. Die Verwandtschaft oder chem. nziehung folgt nicht denselben Gesetzen wie die

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 225Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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