Absorption wird in der Physik für verschiedene Aufsaugungen und Verschluckungen gebraucht. ). A. der Gase. Jeder feste Körper verdichtet die ihn umgebenden Luftarten (Gase) bedeutend an seiner Oberfläche. Ist er fein, porös, wie Holzkohle oder Platinpulver (Platinschwamm)), so findet diese Verdichtung auch an allen innern Oberflächen der Poren, also im bedeutend erhöhten Maße statt. Bringt man ein Stück frisch aus zeglühte Holzkohle in eine Flasche voll Luft oder ohlensäure, verschließt die Flasche schnell und öffnet sie erst wieder, nachdem man ihren Hals unter Quecksilber getaucht hat, so steigt die Flüssigkeit in der sarten empor zum Beweise, daß in der Kohle eine starke Verdichtung oder A. des Gases stattgefunden hat. Bei jeder Verdichtung tritt in der Natur eine Erwärmung ein. Ist die Holzkohle zu ganz feinem Pulver zerrieben, wie es bei der Schießpulverfabrikation nötig ist, so kann die A. der Luft und infolge davon die Erwärmung der Masse so weit gehluf daß eine Selbstentzündung der Kohle erfolgt. Auf dieser Erwärmung 25 beruht die Konstruktion des Döbereinerschen Platinfeuerzeugs. Der Platinschwamm desselben verdichtet den Sauerstoff aus der Luft und den aus dem Ssehr, da Hahne auf ihn strömenden Wasserstoff so sehr, daß der Platinschwamm ins Glühen gerät und den Wasserstoffstrahl entzündet. Stoffe, welche Wasserdämpfe aus der Luft absorbieren, verdichten sie in sich zu Wasser und werden feucht, wie unreines Kochsalz, Pottasche, Chlorcalcium u. s. w. Solche Körper nennt man hygroskopische. Die A. der Gase durch starre Körper wurde fast gleichzeitig von Fontana und Scheele um 1777 entdeckt und seitdem von vielen Physikern, besonders von Th. de Saussure 1813, studiert. Letzterer fand als vorzüglichste Absorbenten die Buchsbaumkohle und den Meerschaum. Ein Volumen jener Kohle nahm bei 724mm Luftdruck von Ammoniak 90, von Chlorwasserstoff 85, von Kohlensäure 35, Sauerstoff 9,42 Volumen auf; Meerschaum erwies sich zwar ebenfalls als ein Bue guter, jedoch viel schwächerer Absorbent als uchsbaumkohle. * 10 här sich ein Gas tropfbar flüssig machen läßt, desto stärker wird es absorbiert. Bei geringerm äußern Drucke oder bei Erwärmung des Absorbenten vermindert sich auch das Volumen des absorbierten Gases. Je feinporiger der Absorbent, mithin je dichter er ist, ein desto stärkeres Absorptionsvermögen besitzt er im allgemeinen; allzu eine Poren (wie z. B. beim Graphit) sind jedoch der I. nachteilig. Die organische Kohle äußert nicht nur gegen Gase, sondern auch gegen feste und tropfbare Farb⸗ und Riechstoffe ihre absorbierende Kraft, weshalb die Knochenkohle zum Entfärben des Zuckersaftes, zur Entfuselung des Alkohols u. s. w. angewendet wird. Infolge der A. haftet an jedem Korper eine Schicht verdichteter Gase und Dämpfe. Diese Thatsache dient, nach Waidele, zur Erklärung der interessanten, von Moser (1842) entdeckten Hau — oder Taubilder. Letztere entstehen, wenn manz. ein Petschaft auf eine polierte Metallplatte stellt, dasselbe nach einiger Zeit entfernt und hierauf jene Berührungsstellen aubild de es zeigt sich dann auf der Platte ein Taubild der Gravierung des Petschaftes. Dies kommt daher, weil durch das Aufliegen der Petschaftfläche verschiedene Anderungen in der Gasatmosphäre an der Oberfläche der Platte sich ergeben haben, wodurch bewirkt wird, daß die angehauchten Wasserdämpfe in entsprechend verschiedenen Graden an jenen Berühnen Flache derpt kondensieren als an der freigebliebenen läche der Platte. Erhitzt man das Petschaft und jene Platte und sphnne sie dadurch von den bnder bierten Gasatmosphären, so können die Hauchbilder nicht zustande kommen. Außer den festen Körsorb vermögen auch die Flüssigkeiten Gase zu aborbieren, bes onders wenn man sie in einem Gefäße miteinander schüttelt. 1 Maß Wasser vermag bei 15 C. und 744 mm Barometerstand, ½% Maß atmosphärische Luft zu absorbieren, von Kohlensäure 1 Maß, von schwefliger Säure 43 Maß und von Ammoniakgas 727 Maß. Das auf O C. und 760mm Druck reduzierte Gasvolumen, welches von der Volumeneinheit einer Flüssigkeit absorbiert wird, heißt der Absorptionskoêffizient des Gases für jene lüssigkeit. Dieser hat, je nach den verschiedenen Flüssigkeiten und je nach der erschiedenheit der Gase, einen andern Wert. Je höher der äußere Druck und je tiefer die Temperatur der Flüssigkeit ist, desto mehr wird von einem Gase abs orbiert, desto höher ist also der Absorptionskoeffizient. Sowohl feste als flüssige Körper absorbieren aus einem Gasgemenge Fa den die verschiedenen Gase des Gemenges, das Quantum der absorbierten Eu Hal e läßt sich für 5 Absorbenten berechnen. Das Studium der A. durch Sbesonders wurde von Henry (1803) begonnen und besonders von Saussure raunschw. 1857; 2. Aufl. 1877) weiter geführt. Die A. hat ihre Ursache in der gegenseitigen An-Febunß er kleinsten Teilchen (Moleküle) zwischen dem Absorbenten und den absorbierten Körpern. Berthollet (1803) u. a. faßten die A. als Folge der chem. Affinität auf, während Dalton (1807) dieselbe zu den mechan. Erscheinungen zählte. Die vielen Erscheinungen der A. deuten auf einen übergang von den mechan. Molekular⸗ zu den chem. Atomwirkungen hin; zu letztern gehören besonders manche A. der Gase durch Flüssigkeiten, so z. B. verbindet sich das Ammoniakgas bei seiner A. durch Wasser mit letzterm Hhemis ch zu Ammoniumhydroxyd. alle Stoffe mehr oder weniger von dem auf sie fallenden Lichte auslöschen (scheinbar verschlucken) oder absorbieren, ist der Grund ihrer verschiedenen Färbung. Das farblose Sonnen⸗ und Tageslicht ist gemischt aus den sieben Hauptfarben: rot, orange, gelb, grün, hellblau, indigblau, violett und allen Zwischennuancen. Absorbiert nun 3. B. ein Stoff alle Strahlen außer den roten, und wirft nur diese zurück, so erscheint er dem Auge rot; absorbiert er alle außer den grünen, so erscheint er grün. (S. Farbenlehre und Spektralanalyse.) 3) A. der Wärmestrahlen. Alle Körper vermögen die Wärmestrahlen zu absorbieren; denn e nur deshalb erwärmen sie sich in der Sonne oder in den Strahlen einer andern Wärmequelle. z Doch ist dies Vermögen verschieden groß und bangt 0 besonders von der Natur der Oberfläche ab. Schwarze oder rauhe Oberflächen absorbieren mehr Wärme als weiße oder glatte. Ein Thermometer mit einer berußten Kugel steigt in der Sonne höher als mit einer nichtberußten. Schwarze Kleidungsstücke absorbieren in der Sonne mehr Wärme und i werden deshalb lästiger als helle (. Wärme). In der Physiologie hat das Wort A. dieselbe Bedeutung wie in der Physik. Man bezeichnet damit die Aufsaugung von Flüssigkeiten durch die äußere Haut und durch die innern Schleimhäute, sofern es sich nämlich um Flüssigkeiten handelt, die nicht vom Organismus selbst gebildet, sondern ihm von außen zugeführt werden. Doch pflegt man jetzt au diese orgänge mit unter den Begriff der Resorption (s. d.) zu bringen.