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ErdkundeBrockhaus 1882

Cheshire, abgekürzt Ches, Grafschaft im westl. England, auch wohl nach der Hauptstadt Chester (. d.) benannt, grenzt im N. an Lancashire, im O. an Derby und Stafford, im S. an Shrop, im W. an Wales und die . Beo See und zählt auf 2855 qkm (1881) die starke Bevölkerung von 643 237 E., sodaß deren 225 auf 1 qkm kommen. Etwa vier Funftel des Areals bestehen aus einer allmählich bis gegen 60 meansteigenden Ebene. Die Ostgrenze bildet ein Höhenzug mit dem Axe Edge von 518 m Höhe, und hier kommen auch einige Torfmoore vor. Im westl. Teile liegen die Peckforton-Hills, der steile, isolierte Fels, auf welchem 104 m hoch das Bustonschloß steht, und der sog. Delamere-Forest, ein wüster Sandstrich mit Heidekraut bewachsen. Mit Ausnahme des östl. Teils, wo die Kohle auftritt, bilden die Oberfläche der Grafschaft Keuper und bunter Sandstein. Die Hauptflüsse Mersey (an der Nordgrenze) und Dee erweitern sich an ihren Mündungen und bilden Halbinseln; der wichtigste Nebenfluß des erstern ist der Weaver. C. hat nur wenig Wald, aber die zahlreichen Bäume, welche in den Hecken stehen, geben ihm ein bewaldetes Ansehen. Boden und Klima machen das Land besonders für den Graswuchs geeignet. Daher ist Viehzucht Hauptgegenstand der Landwirtschaft und der Cheshire-oder Chesterkäse, von dem jährlich 11000 t produziert und große Mengen ausgeführt werden, seit alter Zeit berühmt durch die ganze Welt. Von großer Wichtigkeit sind außerdem der Bergbau, der Salzgewinn (aus Steinsalzlagern und Quellen im Thale des Weaver) und die Fabrikindustrie, namentlich die Baumwoll⸗ un Vollfabriken. Nächst diesen sind wichtig die Hut- und Maschinenfabriken, die Nagels chmieden, Kupferwerke und der Schiffbau. Hauptsiitze der Industrie sind Chester, Birkenhead, Macclesfield Congleton, Stockport und Stalybridge; Northwich ist der alte Hauptsitz des Salinenbetriebs und des Salzhandels. C. führt den Titel einer Pfaligrafschaft (County Palatine of Chester). Die Pfalzgrafen rmißt, sind unter K aufzusuchen. hatten in alter Zeit eine sehr unabhängige Stellung. Der letzte war Simon von Montfort, Graf von Leicester. Nach seinem Sturze 1265 kam das Land an die Krone, deren Erbe seitdem den Titel eines Grafen von C. führt. Vgl. Murray, Handbook for Shropshire and Cheshires (Lond. 1880).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 245Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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