Chester, Hauptort der engl. Grafschaft Cheshire, Municipalstadt, Parlamentsborough und als Bischofssitz City, 288 Em im NW. von London und 25 km im SSoO. von Liverpool, ein Knotenpunkt mehrerer Eisenbahnen, am felsigen Nordufer des zweifach überbrückten Dee gelegen, ist eine der ältesten Städte Englands. Im Altertum hieß sie Deva oder Deunama und Cestria und war die Hauptstadt der Cornavier; unter den Römern bildete sie das Castrum der Legio XXVictrix, mit sehr dicken Mauern umgeben, die als das einzige Überbleibsel alter Befestigungsart in England merkwürdig sind. Später war sie unter dem Namen Caer-Legion oder Caer-Leon Hauptstadt des wälischen Königreichs Gwynedh bis zur Eroberung durch König Egbert 835, worauf der Ort angelsächs. Laegeeaster (lat. Cestria) genannt wurde und jahrhundertelang die Hauptfeste gegen Wales blieb. Noch jetzt tritt die Gestalt des altröm. Castrums in ihren äußern und innern Grundzügen deutlich hervor. Im 9. Jahrh. kam sie an die Sachsen; nachdem die Dänen sie verbrannt, erholte sie sich erst unter ihrem ersten Grafen, dem Neffen Wilhelms des Eroberers, Hugo Lupus. Seit Heinrich III. führten die ältesten Söhne des Herrschers den Titel Grafen von C. Die alten Ringmauern aus rotem Sandstein umgürten mit ihren unregelmäßigen Ausbiegungen ein längliches Viereck von 2360 m Umfang; auf denselben führt ein 1,6 bis 2 m breiter Spaziergang mit Brustwehr und Geländern rings um die Stadt. Diese selbst wird von zwei Hauptstraßen unter rechten Winkeln durchschnitten und zerfällt in kleine Vierecke. Da die Hauptlagerstraßen so tief, als ein Stockwerk hoch zu sein pflegt, in die Felsplatte, auf welcher die Stadt ruht, eingehauen waren, so trat beim Erbauen der Häuser längs derselben das seltsame Verhältnis ein, daß man im rmißt, sind unter K aufzusuchen. ersten Stock 2m über dem Fahrwege eine Galerie für Fußgänger offen lassen mußte. So entstanden die berühmten Chester-Rows, eine Art Laubengänge oder Arkaden auf beiden Seiten 4 Straße, durch das obere, wiede gedeckt und durch Säulen gestützt, bald hoch, bald niedrig, bald auf⸗, bald selten durch kleine Neb deren Ecken Treppen als Eingangspunkte angebracht sind. Aus der Galerie gelangt man in die Wean und Kaufläden, welche dicht nebeneinander die langen Zeilen füllen. Unter den 15 Kirchen und Kapellen der Stadt ist die Kathedrale bemerkenswert, ein großes got. Gebäude, reich an Sehenswürdigkeiten, wie den Schrein der heil. Werburgh, das angebli rich IV. u. s. w. Neben ihr steht in Ruinen die Abtei, vor 700 Jahren eine der reichsten Englands, benannt nach der Tochter eines angelsächs. Königs von der Reformation die Schutzpatronin der Stadt war. Die Stelle des alten Schlosses, das teilweise aus der Zeit Wilhelms des ein neues Prachtgebäude im griech. Stile ein mit den grafschaftlichen und städtischen Amtern. Die Stadt zählt (1881) 36 teinschule, ein Lehrerseminar, ein Handwerkerinstitut mit Museum, eine Bibliothek, eine Irrenanstalt u. s. w. Die Bevölkerun beschäftigt sich mit Schiffbau, liefert Blei, Tabak, Seife, chem. Produkte u. s. w. und treibt nicht unbedeutende Schifffahrt sowie Ausfuhrhandel, namentlich auch mit dem sog. Chesterkäse, fr welchen hier jährlich acht Märkte gehalten werd tober Messen für Ma waren, Horkshiretücher und irische Leinwand. Die Stadt liegt 11 km oberhalb der Stelle, wo der Dee sich zu einer kleinen Bai erweitert. Der ehemals berühmte Hafen ist durch die allmähliche Versandung des Dee für geworden, wodurch, wie durch das Aufblühen von Liverpool, der Handel von C. sank. In neuern Zeiten wurde ein Kanal (New Channel) gegraben, auf dem mit der Flut Quais gelangen können. Auch steht C. mit Liverpool und mit Shrop und Montgomery durch Binnenkanäle in Verbindung und hat einen bedeutenden Verkehr durch seine Lage an der großen Nordwest-Eisenbahn. Der sich meist auf Irland im Süden, am Dee, liegt mitten in einem herrlichen Park Caton-Hall. (Vgl. auch Cheshire.) Chester, Unionsstaates Pennsylvanien in der Grafschaft Delaware, wurde 1643 von Schweden gegründet und Upland genannt. Es liegt am Delawarefluß, an der Philadelphia-Wil Meilen südwestlich von Philadelphia, und zählt (1880) 14996 E. Das Erziehungswesen ist vorzüglich. Es existierten 1879 40 Gebäude, die zu öffentlichen Schulzwecken benutzt wurden. Auch befindet sich in C. eine demie. Im J. 1682 tagte in C. unter Penns Regierung die provisorische Gesetzgebende Versammlung.