Chesterfield, engl. Stadt in Derbyshire, 34 km nördlich von Derby, in 90 m Höhe, am Rother, der zum Don (Humber) fließt, und einem Kanal zum Trent, an der mit (1881) 12221 E. In der Umgegend befinden sich Eisen⸗, Blei⸗ und kiat sind uben, in welchen an 6000 Arbeiter dabriatio sind. Außerdem treiben die Bewohner Fabrikation von Seiden⸗ und Baumwollstoffen, Bonneterie, Passementrie, Im kanae Maschinenbau. — Der 1772 angelegte, 16 Km lange Chesterfield-Kanal führt von C. nach Stockwith und durch einen 2606 m langen Tunnel. hesterfield (Phil. Dormer Stanhope, Graf von), engl. Staatsmann, Parlamentsredner und Schriftsteller, geb. 22. Sept. 1694 zu London, studierte zu Cambridge, besuchte 1714 das Festland und wurde nach Georgs J. Thronbesteigung Kammerjunker bei dem Prinzen von Wales und Parlamentsmitglied, obgleich er das gesetzliche Alter noch nicht völlig erreicht hatte. Doch begann er erst nach seinem Eintritt ins Oberhaus, 1726, sich ernstlich mit der Politik 0 Riahen Ger Im J. 1728 mit einer außerordentlichen Gesandtschaft nach Holland beauftragt, gelang es ihm, das Kurfürstentum Hannover vor drohendem Kriege zu sichern. Zur Belohnung empfing er den Hosenbandorden und die Stelle als Oberhofmeister Georgs II. Später wurde er Vizekönig von Irland und 1747 Staatssekretär, zog sich aber schon 1748 von den Geschäften zurück. Sein schriftstellerisches Talent bewies er besonders durch seine (Letters to his son (2 Bde., Lond. 1774; deutsch, 6 Bde., Lpz. 1774—77), welche s owohl wegen ihres weltmännischen Tones, als auch wegen ihrer laxen Moral großes Aufsehen erregten. C.s (illegitimer) Sohn wurde auf dem Kontinent erzogen, und C. war bestrebt, ihn durch seine Briefe zum Muster eines Welt⸗ und Staatsmanns heranzubilden. Dieser Sohn starb 1768 als Gesandter in Dresden, C. selbst 24. März 1773. Von seinen Schriften sind noch zu erwähnen Miscellaneous works (2 Bde., Lond. 1777; 4 Bde., 1779; deutsch, 3 Bde., Opz. 1778—80) und (Posthumous pieceso (Lond. 1778). Ausgaben seiner Briefe und ob Pond. Schriften besorgten Lord Mahon (5 Bde., Lond 1845—53) und Carey (2 Bde., Lond. 1870.