FeedChilisalpeter
NaturlehreBrockhaus 1882

Chilisalpeter, Perusalpeter, Natronsalpeter oder kubischer Salpeter, ist natürliches salpetersaures Natron. In den dem Stillen Meere zugekehrten Küstenstrichen Perus, auf der Grenze von Bolivia und Chile, im Distrikt Atacama, finden sich in einer Erstreckung von mehr als 45 km Ablagerungen von salpetersaurem Natron, in einer sonst unfruchtbaren Ebene unter einer Thonschicht liegend. In den Gruben sieht man diese Schichten, welche aus hartem, trockenem, fast reinem Salz bestehen, fast unmittelbar unter der Oberfläche liegen. Häufig auch bildet der C. den Hauptgemengteil einer sandigen Ablagerung, aus der man durch Auslaugen das rohe Salz gewinnt. Das Salz, so wie es im Handel vorkommt, ist eine fast weiße, schwach bräunlich Mase. m aus Krystallkörnern bestehende, feuchte Masse, welche 94—96 Proz. reines salpetersaures Natron und außerdem kleine Mengen von Kochsalz und Jodverbindungen enthält. In feuchter Lage zieht der C. Wasser an, weshalb derselbe zur Schießpulverfabrikation nicht angewendet werden kann. Dagegen ist er ein wertvolles Material zur Bereitung des Sprengpulvers, der Salpetersäure und des gewöhnlichen (Kali-Salpeters; in den Schwefelsäurefabriken dient er, um die zur Oxydation der schwefligen Säure nötigen Salpetergase zu liefern; die bedeutendste Verwendung findet er aber in der Landwirtschaft als Düngemittel. Die Ausfuhr an C. betrug 1870 2943 403 Ctr., 1872 4202000 Ctr., 1873 6263 767 Ctr., 1874 5 160 210 Ctr. Seit dem 1. Sept. 1873 besteht in Peru das Salpetermonopol, dessen Verwaltung für jeden Centner Salpeter netto bei 95 Proz. Gehalt 2 Soles 40 Centavos zahlt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 270Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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