Baryterdesalze, Zariumorydsalze, n., pl., bestehen aus Baryt (s. d.) und einer Säure. Die unter 4 und 5 aufgeführten finden sich in der Natur, 4 häufiger als 5, die übr. sind Kunstprodukte. 1. Salpetersaurer und 2. salzsaurer Baryt, Chlorbarium, frz. chlorure m. de baryum, muriate m. de baryte, engl. hydrochlorate of baryum. Beide dienen in der Feuerwerkskunst zu Erzeugung grüner Flammen, in der analytischen Chemie bes. zu Nachweisung der Schwefelsäure, mit welcher sie einen in Säuren unlöslichen weißen Niederschlag erzeugen. 3. Schwefelbarium, insofern wichtig, als es, durch Reduktion des Schwerspats mit Kalk erhalten, den Ausgangspunkt für Darstellung der meisten Barytpräparate bildet. 4. Schwefelsaurer Baryt, franz., baryte sulfatée, engl. sulphate of baryum, kommt als Barytspat, Schwerspat, franz. spath pesant, engl. heavy-spar, mineral barytes, sparry barytes, in der Natur in großen Mengen, in der Regel in rhombischen Tafeln mit abgestumpften Ecken, doch auch dicht oder erdig vor. Weiß, oft mit Uebergang in Roth, Grau, Gelb, Blau u. Braun. In Wasser u. Säuren unlöslich, vor dem Löthrohr schwer zu alkalisch reagirendem Email schmelzend u. dabei die Flamme schwach grünlich färbend. Spez. Gew. 4 4,6. Härte zwischen Kalkspat und Flußspat. Findet sich in Gebirgsformationen des verschiedenartigsten Alters, eingewachsen od eingesprengt, oft auf Lagern mit Schwefelmetallen (Schwefel⸗ und Kupferkies u. s. w.), oder Metalloxyden (Magneteisenstein, Eisenstein re.). Mit Kohle geglüht leuchtet das Produkt (Schwefelbarium) nach dem Aussetzen an das Licht im Dunkeln (sog. Bologneser Leuchtstein, Barytmagnet). Mit Erzen vergesellschaftet, wie häufig der Fall, hat er leicht nachtheiligen Einfluß auf das Ausbringen derselben, wie er z. B. vermöge seines Schwefolgehaltes leicht Rothbrüchigkeit des Eisens erzeugt.J In der Natur vorkommendeSchwerspatarten sind: a) Strahlbaryt, strahliger Baryt (Bologneserstein), findet sich in grauen, plattrunden Stücken und hat strahliges Gefüge. — b) Faserbaryt, frz. baryte sulfatée fibreusa, traubig, nierenförmig, faseriges Gefüge. — e) Körniger Baryt erscheint nur derb, mit körnigem Gefüge. — d) Barytstein (dichter Schwerspat), derb, graulich- od. gelblichweiß, unebener, ins Splitterige sich verlaufender Bruch. — e) Erdiger Schwerspat, engl. heavy-sparearth, besteht aus staubartigen, lose verbundenen Theilen des Minerals. Der Schwerspat dient zu Herstellung von Farben, s. Barytgelb und Barytweiß, sowie zu Herstellung von Bassins für Laugen, indem man dieselben mit Schwerspatplatten verkleidet, die Fugen aber mit dem im Art. Bassin beschriebenen Kitt dichtet. 5. Rohlensaure Baryterde, Witherit, m., frz. baryte carbonatée, engl. witherite, kommt bes. in England in unrein weißen rhombischen Säulen, doch auch in krystallinischen, derben und strahligen Massen vor, bes. auf Gängen, die Bleierze enthalten, in Kaltstein und Grauwacke. Härte und Schwere wie bei 4, schmilzt vor dem Löthrohr zu klarem Glas; in verdünnten Säuren unter Brausen löslich, in Wasser fast unlöslich. Künstlichen W., ein weißes, in heißem Wasser, in kohlensäurehaltigem Wasser und in Säuren, deren Barytverbindungen löslich sind, lösliches saurem Ammoniak fällt (wobei gelöster Salmiak bleibt), od. indem man pulverisirten Schwerspat mit Potasche gemengt stark glüht. Die kohlensaure B. dient zu Darstellung des sogen. Patentweißes (s.d.), einerausgezeichneten weißen Farbe, sowie als Rattengift.