Chinesisches Grün (Chinagrün, Lakao), ein aus China kommender grüner Farbstoff, der namentlich in der Seidenfärberei Verwendung gefunden hat. Über die in China übliche Bereitungsart ist, trotz mannigfacher Publikationen, wenig bekannt, und das, was darüber bekannt geworden ist, ist ziemlich unverständlich. Das zu seiner Darstellung dienende Rohmaterial ist angeblich die Rinde von Rhamnus utilis und Rhamnus chiorophorus; aus derselben wird durch anhaltendes Kochen ein Dekokt bereitet, welches nach dem 10 erhat mit etwas Soda versetzt wird. I die so erhaltene bläuliche Flüssigkeit werden baumwollene Gewebe eingetaucht und dann auf dem Rasen dem Sonnenschein ausgesetzt, wobei aber darauf achtzugeben ist, 11 das Licht weder zu intensiv noch auch zu gering ist, weil in beiden Fällen die Operation mißlingt. Auf der dem Licht zugekehrten Seite des Gewebes entwickelt sich nach kurzer Zeit die grüne Farbe, worauf dasselbe Zeug wieder in die Brühe getaucht, von neuem belichtet und damit 10 —1‚5mal fortgefahren wird, bis der richtige Farbenton erzielt ist. Die so mit Farbstoff beladenen Gewebe werden an andere Fabrikanten abgegeben. Diese kochen die grünen Gewebe in Wasser, bis der Farbstoff sich löst, die Lösung wird dann zur Sirupskonsistenz verdampft, auf Papierblätter gestrichen und an der Luft langsam getrocknet. Nach Untersuchungen verschiedener Chemiker ist das Chinesische Grün ein Farblack, dessen Gehalt an unverbrennlichen Stoffen ein Viertel bis nahezu zur Hälfte seines Gewichts ausmacht. Der organische Bestandteil, Lokain genannt, läßt sich mit einer aund 5 von kohlensaurem Ammoniak extrahieren und bleibt beim Verdunsten derselben Beran Er scheint ein Glukosid zu sein, da er beim ehandeln mit Säuren einen Zucker abspalten läßt.