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PflanzenreichFrauenzimmer-Lexicon 1715

Datteln, Dactyli, Dattes, sind Baum-Früchte, welche in Arabien, Syrien und Egypten, auch in Ost- und West-Indien häuffig wachsen, und zu uns in Deutschland gebracht werden. Ob zwar die Mühe etlicher Deutschen Gärtner in Pflantz- und vermeynter Fortbringung dieses Baums mit seinen Früchten vergeblich gewesen; massen derselbe ein gantz hitziges Clima, auch ein sandig und salpetrig Erdreich erfordert, so hat man doch solchen aus dem Kern in einem gewissen vornehmen Garten fortzubringen gewust. Sonst sollen die Datteln die Frucht in Mutterleibe stärcken, und daher denen schwangern Weiber dienlich seyn, weil durch deren Gebrauch sonderlich auch der unordentliche Appetit, Pica genannt, bey ihnen unterbrochen werde. Denen Phthysicis dürffte diese Frucht gleichfalls wohl bekommen, zumahl, wenn sie ein gut Glaß Wein drauf zu trincken hätten. Wie nun die Datteln überhaupt eine gesunde Speise seynd, also dienen sie auch Lecker-Mäulern zur angenehmen Delicatesse, wenn sie absonderlich gedämpfft und mit Wein und andern Specereyen zubereitet werden.

Gottlieb Siegmund Corvinus (Amaranthes), Nutzbares, galantes und curiöses Frauenzimmer-LexiconLeipzig: Gleditsch 1715 · Sp. 407–408Text: Deutsches Textarchiv · CC BY-SA 4.0

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