FeedChinon (im Mittelalter Caino)
ErdkundeBrockhaus 1882

Chinon (im Mittelalter Caino), Hauptstadt eines Arrondissements im franz. Depart. Indreret-Loire (Touraine), an der Vienne, 15 km von deren Mündung in die Loire und an der Vendeebahn, zählt (1876) 4536, als Gemeinde 6301 E. und hat ein Tribunal erster Instanz, ein Kommunal-College, eine Ackerbaugesellschaft, eine Bibliothek u. s. w. Das Denkmal des hier geborenen Rabelais wurde 2. Juli 1882 enthüllt. Die Bevölkerung baut Getreide, guten Wein und viel Obst, besonders Pflaumen, und treibt einen bedeutenden Handel mit getrockneten Früchten, namentlich mit Pflaumen (prunets de Tours), Wein, Honig und Wachs. Die Stadt war ehemals befestigt. Von den 900 m langen, vom 11. bis 15. Jahrh. errichteten Festungswerken sind nur noch Ruinen übrig. Von dem Turm, in welchem Jacques Molay, der letzte Hochmeister der Templer, gefangen saß, und in welchem 24. Febr. 1429 Jeanne d'Arc zum ersten mal dem Könige Karl VII. vorgestellt ward, hat man eine schöne Aussicht auf die Umgegend. In einem nahen Walde traf 1481 Ludwig XI., der in C. viele seiner Feinde eingekerkert hatte, der Schlag. ů

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 306Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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