Jvrea, das alte Eporedia, Stadt in der ital. Provinz Turin, links an der Dora Baltea, über welche eine röm. Brücke führt, Station der Linie Chivasso-J. der Oberitalienischen Bahnen, 29 kKm im NO. von Turin, zählt (1881) 10 413 E., hat eine Kathedrale, ein Priesterseminar, ein Lyceum und Gymnasium, und ist Hauptort des Kreises J., der auf 1545, qkm 169363 CE. zählt. J. ist unregelmäßig gebaut, von altem, malerischem Aussehen. Die Stelle der alten Wälle nehmen Promenaden ein. Ehemals war die Stadt Hauptort der Markgrafschaft Ivrea, die Karl d. Gr. nach Eroberung des Longobardenreichs daselbst gründete. Nach der Absetzung Karls des Dicken 887 bewarben sich die Markgrafen von J. um die ital. Königskrone, welche auch der Markgraf Berengar II. um 950 auf kurze Zeit erlangte. Wie er, so behielten auch seine Nachkommen, welche zugleich Herzöge in Burgund waren, die Markgrafschaft J. bei, bis Kaiser Heinrich II. 1018 dieselbe den Söhnen des aufrührerischen Markgrafen Arduin wegnahm und dem Reiche einverleibte. Bei diesem blieb sie, bis 1248 Kaiser Friedrich II. den Grafen Thomas von Savoyen damit belehnte, dessen Nachkommen sie auch behielten. Die Franzosen nahmen sie 1554, 1641 und 1704; 1800—14 war sie die Hauptstadt des franz. Depart. Doire.