FeedCredat Judaeus Apella
HeilkundeBrockhaus 1882

Credat Judaeus Apella, Das glaube der Jude Apellay, d. h. Das glaube wer mag (ich glaube es nicht), Citat aus Horaz' (Satireno, 5, 100. Eredé (Karl Siegmund Franz), verdienter Gynäkolog, geb. 23. Dez. 1819 zu Berlin, besuchte das dortige Friedrich-Wilhelms-G mnasium und widmete sich seit Michaelis 1838 auf den Universitäten zu Berlin und Heidelberg dem Studium der Medizin. Nachdem er sich im Juli 1842 zu Berlin den Doktorgrad erw orben, unternahm er eine größere wissenschaftliche Reise durch Deutschland, Osterreich, In Hen die Schweiz, Frankreich, Belgien u. s. w. m Herbst 1843 trat er als Assistenzarzt bei der unter Buschs Leitung stehenden geburtshilflichen Klinik in Berlin ein, in welcher Stellung er bis Michaelis 1848 verblieb. Er habilitierte sich hierauf 1850 als Privatdocent 1 Geburtshilfe an der Universität, ward Michaelis 1852 zum Direktor der berliner Hebammenschule und zum dirigierenden Arzte der Gebärabteilung, bald darauf auch einer von ihm begründeten gynäkologischen Abteilung der Charite ernannt. Im Herbst 1856 folgte er einem Rufe als ord. Professor der Geburtshilfe und Direktor der Entbindungsanstalt und Hebammenschule nach Leipzig, woselbst er bei seinem Amtsantritte eine geburtshilfliche und gynäkologische Poliklinik begründete und auch eine Abteilung für Frauenkrankheiten in der Gebäranstalt einrichtete. Bei Gelegenheit des 50 jährigen Jubiläums der leipziger Entbindungsschule (1860) erhielt er den Hofratstitel 1870 den Titel als Geh. Medizinalrat. C. hat sich als akademischer Lehrer wie auch als Schriftsteller um die Geburtshilfe und die Gynäkologie wesentliche Verdienste erworben. Sein Hauptwerk bilden die „Klinischen Vorträge über Geburtshilfey (2 Bde., Berl. 1853—54). Dem schließt sich, außer akademischen Gelegenheitsschriften, eine große Anzahl von Abhandlungen an über einzelne Gegenstände seiner Wissenschaft, welche in den Verhandlungeny der Gesellschaft für Geburtshilfe in Berlin, in der (Neuen Zeitschrift fur Geburtskunder, in der Monatsschrift für Geburtskunde und Frauenkrankheitenv, mißt, sind unter K aufzusuchen. in dem «Archiv für Gynäkologier und andern Zeitschriften veröffentlicht worden sind. Von 1853 bis 1869 redigierte er die von ihm in Haer, Mart mit Busch, von Ritgen, von Siebold, Hecker, Martin herausgegebene Monatsschrift für Geburtskunder, von 1870 ab in Verbindung mit Spiegelberg das «Archiv für Gynäkologie v. Das im Königreich Sachsen amtlich eingeführte, von Grenser verfaßte Lehrbuch der Hebammenkunsto wurde von C. und Winckel neu bearbeitet (3. Aufl., Lpz. 1882). Sein Sohn Benno C., geb. 1. Sept. 1847 in Berlin, erhielt seine mediz. Ausbildung an den Univerfitäten Leipzig und Zürich. Nachdem er den Feldzug 1870/71 mitgemacht, begab er sich ein Jahr auf Reisen nach Wien, Paris, Berlin, England und Italien und war dann drei Jahre Assistent an der leipziger chirurg. Klinik. Von 1877 an praktiziert er als Pehune 2. für Chirurgie in Dresden, wo er sich eine eigene Anstalt für 25 Betten einrichtete. Seit 1878 ist er als Lehrer für klinische Chirurgie und seit 1882 auch für den Operationskursus an den militärärztlichen Cursen zu Dresden angestellt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 663Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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