FeedCholsäure
NaturlehreBrockhaus 1882

Cholsäure oder Cholalsäure C-H4005 kommt gepaart mit Glykocholl und Taurocholl als Glykochollsäure (s. d.) und Taurochollsäure (s. d.) in der Galle aller Wirbeltiere vor. Zur Darstellung der C. kocht man eine Lösung von krystallisierter Galle (s. d.) unter Zusatz von Kalihydrat 24—36 Stunden lang, unter stetem Ersatz des verdunstenden Wassers, so lange, bis kein Ammoniakgeruch mehr wahrnehmbar ist. Beim Erkalten scheidet sich dann cholsaures Kali als krystallinische oder harzige Masse ab, die von der anhängenden Flüssigkeit befreit, in Wasser gelöst und durch Salzsäure zersetzt wird, wobei die C. als weiße harzige Masse, die bald hart und zerreiblich wird, sich ausscheidet. Durch Umkrystallisieren aus Alkohol oder Ather-Alkohol wird sie rein erhalten. Die gefällte amorphe C. ist in Wasser kaum löslich, leicht löslich in Alkohol, am leichtesten löslich in Ather. Läßt man sie aus heißem Weingeist krystallisieren, so erhält man sie in glasglänzenden Tetraädern oder Oktaedern von der Zusammensetzung 2(04HI405) 5HeO. Von den Salzen der C. bildet das Baryumsalz seidenglänzende Krusten, in 30 Teilen kaltem und 23 Teilen kochendem Wasser, leichter in Weingeist löslich. Die C. sowie die Lösungen ihrer Salze lenken die Polarisationsebene nach rechts ab. Wird die tetrasdrische Säure auf 100“ erhitzt, so gibt sie ihr Krystallwasser ab, erwärmt man dann vorsichtig weiter, so schmilzt sie, wird bei 300˙ dickflüssig und hat dabei 2 Moleküle Wasser abgegeben. Das dabei nißt, sind unter K aufzusuchen. zurückbleibende Anhydrid C.Hs6Os ist Dyslysin genannt, es geht durch Aufnahme von Wasser leicht wieder in C. über. *——

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 338Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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