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ErdkundeBrockhaus 1882

Chorin, ehemaliges Cistercienserkloster in der reuß. Provinz Brandenburg, Regierungsbezirk zotsdam, Kreis Angermünde, 12 Km im SW. von dieser Stadt, jetzt eine Oberförsterei im forstfiskalischen Gutsbezirk Liepe, 8 Häuser mit 101 Bewohnern. Etwa 4 km südlich liegt der Bahnhof C. der Berlin-Stettiner Eisenbahn. Markgraf Albrecht II. hatte 1231 in dem wend. Flecken Bardzin neben der Burg Oderberg ein Kriegerhospital gegründet; 1264 ward dieses Stift nach einer Insel im Porsteinsee, dem Päligwerder, übertragen, zu einer Abtei des Cistercienserordens umgewandelt und dem See der Name Mariensee gegeben. Im J. 1270 wurde die Abtei von dem Werder an ihre setzige Stätte, am Südende des Sees, verlegt. Hier wurden bestattet Johann I., die Prinzen seiner Linie: Johann und Otto IV. mit dem Pfeile (der Minnesänger), Konrad I., Hermann und Waldemar d. Gr. Von dem im reinsten frühgot. Stile gebauten Kloster steht dessen 75 m lange Kirche, einst eine dreischiffige Säulenhalle, jetzt frei. Im J. 1543 wurde das Kloster säkularisiert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 344Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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