FeedAyaslugh
ErdkundeBrockhaus 1882

Ayaslugh, Dorf von 350 E., mit acht griech. Kirchen, im türk. Vilajet Aidin Eleinasten), im alten Lydien, 60 km südlich von Smyrna, nahe der Mündung des Kütschük Menderes, des alten Kaystros, in den Golf von Scalanova, und an der Eisenbahn Smyrna-Aidin. Die auf einem Berge gelegene sarazen. Feste A. ist die Residenz des Distrikts-Mudir. In der daneben gelegenen sumpfigen Ebene, die nach N. bis zum Fuße des Jalessus, nach S. bis an den Koressus reicht, erhebt sich der Berg Prion oder Pion mit den Ruinen von Ephesus (s. d.). Das ziemlich gut erhaltene Theater von 183 m Durchmesser muß 56 700 Personen gefaßt haben, das Stadium 76000 Personen; das 6 ha einnehmende Gymnasium ist 282 m lang und 168 m breit. Bedeutende Trümmer des berühmten, sieben mal abgebrannten Artemistempels sind erst seit 1870 durch den Engländer J. T. Wood aus der Tiefe von 6 m zu Tage gefördert worden, vor allem balt mn f der 36 Reliefsäulen. Den Namen A. ält man für eine wie die von Aghios Theoloos, heil. Theologe, wie die Griechen den Evangeli⸗ — ohannes nannten, dem im christl. Ephesus eine Kirche geweiht war. Neben den großen Marmorbrüchen des Prion befindet sich die Stalaktitenhöhle der Siebenschläfer, sowie die, in welcher der von Patmos hierher übergesiedelte Johannes begraben sein soll. Vgl. Wood, Discovéries at Ephesus (Lond. 1877).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 300Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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