Chrysanthsmum L., d. h. Goldblume, ist der Name einer Pflanzengattung aus der Familie der Kompositen, welche sich durch dachziegelige Hülle, einen gewölbten Blütenboden ohne Deckblättchen zwischen den Blüten, weibliche zungenförmige (leinlippige) Randblüten und flügellose, selten geflügelte, meist ringsum längsgestreifte Früchte auszeichnet, die entweder ganz kronenlos sind, oder ein mehr oder minder deutliches trockenhäutiges Krönchen tragen. Die hierher gehörigen Pflanzen sind einjährig, oder ausdauernd, selten strauchartig, und sämtlich mit beblättertem Stengel versehen. Sie sind vorzugsweise einheimisch in Europa, in den Gebirgsgegenden Nord⸗ und Mittelasiens und in Nordamerika, seltener in Nordafrika. Es gehört zu dieser Gattung eine große Zahl von Arten, welche in mehrere Gruppen oder Untergattungen, wie Leucanthémum, Pyréthrum und Pinardia, zerfallen, die von manchen Botanikern als eigene Gattungen betrachtet werden. Aus der ersten Untergattung ist die bekannteste Art die gemeine Wuerblume (C. Leucanthemum L.), auch große asliebe, große Gänseblume oder Orakelblume genannt, mit großen asich d Strahl⸗ und gelben Scheibenblüten, welche sich durch ganz Europa auf Ackern, Wiesen und waldigen Grasplätzen häufig findet und zu dem bekannten Liebesorakelspiel dient. In Gärten wird öfters die in die zweite Untergattung gehörige einjährige gekielte Wucherblume (C. carinatum Schousb.) mit weißen Strahl- und schwarzroten Scheibenblumen und gekielten Hüllblättern kultiviert. Sie stammt aus Marokko. Zu derselben Gruppe gehört die gemeine gelbe Ackerwucherblume (C. segetum J.) mit goldgelben Strahl- und Scheibenblüten, ein in manchen Gegenden überaus häufiges, höchst lästiges und schwer ausrottbares Unkraut, welches aber auch als Zierpflanze kultiviert wird. Desgleichen ist die einjährigekronenförmige Wucherblume (C. coronarium L.), eine zur dritten Untergattung gehörige, in Südeuropa und Nordafrika heimische Art, mit gelben oder weißlichgelben, selten fast ganz weißen Randblumen, eine gemeine Zierpflanze unserer Gärten geworden, welche daselbst ohne besondere Pflege gedeiht und oft verwildert als Unkraut vorkommt. Besonders aber ist die strauchartige chinesische Wucherblume (C. Sinense JL.) mit gefüllten Blüten in Gärten bei uns sehr beliebt und auch in ihrer Heimat, in Japan und China, vielfach als Zierpflanze angepflanzt. Ihre Blütezeit fällt in den Spätherbst. Die Blumen sind dunkel-purpurrot, lila, rosenrot, weiß, gelb oder orangefarben, auch zweifarbig. Dabei sind bald nur die Randblüten zungenförmig, bald auch die Scheibenblüten zum Teil oder sämtlich in zungenförmige umgewandelt, deren Zunge flach oder zusammengerollt ist; oder auch die Blüten sind zur Hälfte oder alle röhrenförmig, mit kurzen oder verlängerten Röhren, weshalb die Pflanze bei uns oft mit dem Namen Röhrenaster bezeichnet wird. Von dieser Pflanze gibt es zahllose Varietäten, welche nach der Form, Farbe u. s. w. der Blüten in mehrere Abteilungen zerfallen. Von der ebenfalls kultivierten indischen Wucherblume (C. Indicum J.) unterscheidet sie sich fast nur durch Rant bis dreimal so große Blütenköpfe, indem ihre andblüten viel länger als die Hülldecke des Blütenkopfes sind, während die Randblüten der ind. Wucherblume wenig länger als die Hülldecke sind und die (auch gefüllten) Blütenköpfe kaum 2,5 em im Durchmesser haben. Beide Arten gehören zur zweiten Untergattung. Sie sind prächtige Zierpflanzen, welche vom Herbst an den ganzen Winter hindurch blühen und sich deshalb zu Zimmerzierpflanzen, Ausschmückung von Orangeriehäusern und namentlich Wintergärten ungemein eignen. In geschützter Lage halten sie selbst in Deutschland in nicht zu kalten Wintern im Freien aus; besser ist es jedoch, sie im Kalthaus oder im Zimmer zu überwintern. Manche Sorten lassen sich leicht zu kleinen Bäumchen ziehen, die dann mit ihren zierlich gelappten Blättern und schön gefärbten Blumen, die mitunter 8 em Durchmesser erreichen, einen herrlichen Anblick gewähren. Sie lassen sich durch Ableger leicht nermmehren.