Cladönia, Astflechte, nannte Hoffmann eine Gattung von Strauchflechten mit krustenförmigem Lager und ästigen, hohlen, inwendig vollkommen lahlen Stengeln (Fruchtstielen), deren oberste Verzweigungen die kleinen, köpfchenförmigen, meist braun-, seltener rotgefärbten Früchte tragen. Die bekannteste der sehr zahlreichen Arten dieser Flechtengattung ist das sog. Renntiermoos, auch Renntierflechte und Hungermoos genannt (C. rangiferina Hoym.), welches in fast ganz Europa, namentlich aber im nördlichen, auf trockenem Heideboden häufig wächst, im Norden weite Strekken für sich allein überzieht und dort das Hauptnahrungsmittel der Renntiere bildet. Es wird bis 13 em hoch, ist in trockenem Zustande hell weißgrau und zerbrechlich, im feuchten grünlich- oder bräunlichweiß, weich und biegsam und enthält gleich dem Isländischen Moos viel Stärkemehl, weshalb dasselbe ebenfalls von den Bewohnern der arktischen Zone (3. B. in Lapp⸗ und Finland) in Jahren der Teuerung zur Brotbereitung benutzt wird. In neuerer Zeit verwendet man die Renntierflechte in Schweden zur Alkoholbereitung, da sich die Cellulose derselben durch Behandlung mit verdünnten Säuren leicht in Zucker überführen läßt.