FeedChuwabendid
ErdkundeBrockhaus 1882

Chuwabendid s. unter Schloß. Chudavendigiar, Vilajet in der asiat. Türkei, s. Chodawendikjar. Chulm, eine turanische Landschaft, seit 1859 von Afghanistan abhängig, liegt zwischen Balch und Kundus, und war ehedem ein selbständiges Chanat mit 300000 E. — Der Fluß Chulm entspringt etwa 80km im N. von Bamian am 3100m hohen Harakotal-Passe des Kara-Kuh-Gebirges und tritt durch eine Schlucht aus den Bergen in die Ebene, in welcher er durch abgeleitete Bewässerungskanäle verzehrt wird, ehe er im N. den Amu-Darja erreicht. Vor der Schlucht liegt der Hauptort Taschkurgan, d. h. Stein-Fort, 7 km östlich von den Ruinen des alten großen Chulm oder Tschulam, eine regelmäßig angelegte, von Kanälen durchzogene Stadt mit 10000 C. und reich gefüllten Bazars, von trefflich gepflegten Obst⸗ und Blumengärten, sowie von Maulbeerpflanzungen umgeben. Chulos (span.), bei Stiergefechten die den Stier 2—0 wärmenden Burschen. Chuquisaca (spr. Tschukisaka), ehemals Charcas oder La Plata, jetzt meist Sucre genannt, die Hauptstadt der südamerik. Republik Bolivia, links oberhalb des Cachimayo, 2694 müber dem Meere, sehr schön in einer mit Hügeln umgebenen und vor den Winden geschützten Hochebene gelegen, auf welcher es fast von März bis September regnet, ist der Sitz der Regierung und des Erzbischofs und zählt (1865) 26 664 CE., meist das Quechua spreende Indianer. Die Stadt hat gutgebaute, von ärten umgebene Häuser, viele Springbrunnen, 1 Kathedrale und 26 andere, zum Teil schöne Kirchen, 1 Palast, die 1845 reformierte St. Xaviers-Universität, 1 Kollegium, das St. Christophs-Seminar, hübsches Theater, 1 Bergakademie, 1 Hospital r2c. Schöne Villen liegen in der Umgebung, besonders längs des Cachimayo. — C. wurde 1536 von Pedro Anzures, einem Kapitän Pizarros, an der Stelle von Choque-Chaka (d. h. Brücke von Gold), einer alten Stadt der Peruaner, gegründet und später La Plata genannt, nach den benachbarten reichen Silberminen von Porco. Sie war seit ihrer Gründung Hauptstadt der Provinz Charcas, welche Bolivia, Argentina, Paraguay und Uruguay umfaßte. Zu C. erfolgte 6. Aug. 1825 die Unabhängigkeitserklärung und 25. Mai 1826 die Eröffnung des konstituierenden Kongresses. — Die Provinz Chuquisaca zählte 1865 auf 188535 dkm 219 788 E. Chur (ital. Coira, roman. Cuera, frz. Coire), Hauptstadt des schweiz. Kantons Graubünden, liegt 599 m über dem Meere, dem Calanda gegenüber, auf der rechten Seite des Rheinthals an der Plessur, da, wo diese zwischen den bewaldeten Höhen des Pizokel und des Mittenbergs aus dem Schanfigthal heraustritt, um sich 2½ km weiter unten in den Rhein zu ergießen. Die Stadt ist unregelmäßig gebaut mit engen Gassen und hochgiebeligen Häusern. Ostlich über derselben liegt der burgartige bischöfliche Hof, einst ein röm. Standlager, seit dem 5. Jahrh. Sitz der Bischöfe von C. Hier befindet sich die Kathedrale oder aus dpn 12.Jahr ein roman. Bau, größtenteils aus dem 12. Jahr stammend, mit uralter Krypte, zahlreichen Grabmälern, wertvollen Gemälden von A. Dürer, H. Holbein, L. Cranach u. a. und vielen andern Kunstwerken und Altertümern. Das bischöfl. Schloß neben dem Dom, ein Renaissancebau des 17. Jahrh., an den Römerturm Marsöl angebaut, in dem der schott. König St. Lucius 176 den Märtyrertod erlitten haben soll, enthält den Pfalzgerichtssaal, die bischöfl. Kanzlei, das Archiv mit wertvollen Urkunden und im Marsöl die uralte bischöfl. Kapelle. Die übrigen Gebäude des Hofs sind meist erst nach dem großen Brande von 1811 erbaut worden. Sstlich hinter dem Dom liegen Kirche und Priesterseminar St. Luci und das Kantonsschulgebäude. In der Stadt selbst sind zu erwähnen die prot. Kirchen St. Martin und St. Regula, das Regierungsgebäude, das altertümliche Rathaus mit Glasmalereien aus dem 16. Dahe das Postgebäude, das Zeughaus, das Rhätische Museum mit histor.⸗antiquarischen und naturwissenschaftlichen Sammlungen und der Kantonsbibliothek, das Gebäude der Bank für Graubünden und die Villa Planta. Von höhern Unterrichtsanstalten besitzt die Stadt ein kath. Priester-und ein paritätisches r und eine paritätische Kantonsschule. Von wissenschaftlichen Vereinen sind u nennen die Naturforschende und die Geschichtslorschende Gesellschaft. Einen großen Teil ihres Wohlstandes verdankt die Stadt, bei ihrer Lage an der großen Straße aus Deutschland über den Splü95 nach ).r und als Kopfstation der Linie korschach-Chur der Vereinigten shuft. Auch det dem sehr lebhaften Speditionsgeschäft. Auch der Touristenverkehr bildet neben Wein⸗, Obst⸗ und Ackerbau und verschiedenen Gewerben eine nicht unwichtige Erwerbsquelle der (1880) 8889 CE., von denen 6440 der reform., 2431 der kath. und 18 andern Konfessionen angehören. Zu den bemerkenswertesten Punkten der sehr malerischen Umgebung gehören das vielbesuchte Lürlebad 1½ km nordöstlich, der Rosenhügel ½ km westlich der Stadt und das in der Schlucht der Rabiusa 829 m über dem Meere, 4 km südlich von C. gelegene Bad Passugg mit kräftigen Eisen- und Natronsäuerlingen. C. ist röm. Ursprungs und erscheint seit dem 5. Jahrh. in der Geschichte als Curia Rhaetorum. Schon 452 war die Stadt Bischofssitz und stand während des Mittelalters unter der Herrschaft der Bischöfe, bis sie 1464 von Kaiser Friedrich IV. reichsstädtische Freiheiten erhielt. Schon seit 1396 rmißt, sind unter K aufzusuchen. dem Gotteshausbunde angehörig, trat C. 1498 mit demselben in einen Schutzvertrag mit der Eidgenossenschaft ein. Im J. 1523 führte die Stadt ! die Reformation bei sich ein. ů ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 382Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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