Cochabamba, Hauptstadt des gleichnamigen Departements und Bischofssitz in der südamerik. Republik Bolivia, 220 km im NW. von Chuquisaca, in 17 21 nördl. Br. und 68 12“ westl. L., in 2559 m Meereshöhe, in einer weiten, fruchtbaren Thalebene mit angenehmem Klima, am Rio de la Rocha, der sich in der Nähe mit dem in den Rio Guapay fließenden Tombarada vereinigt und, wie dieser selbst, zeitweise fast wasserlos ist. Die Stadt hat einstöckige, von Gärten umgebene Häuser, ein Gymnasium und 15 Kirchen, darunter vier an dem Hauptplatze in der Mitte, an welchem auch das Regierungsgebäude (Cabildo) steht. Obschon C. im Unabhängigkeitskriege viel gelitten, gelangte es zu neuer Blüte und zählte 1865 44 908 E. Nächst La-Paz ist es der volkreichste Ort Bolivias. Seine bedeutende Industrie erstreckt sich auf Fabrikation von Woll-und Baumwollzeugen, Leder, Sätteln, Stärke, Seife und Töpferwaren. Auch wird starker Getreidebau und lebhafter Handel getrieben. — C. wurde 1565 gegründet unter dem Namen Ciudad de Oro-⸗ pesa, der aber dem indianischen C. weichen mußte. Seine Frauen haben sich 1815 im Revolutionskriege durch Heldenmut ausgezeichnet, indem sie bewaffnet des Nachts das span. Lager angriffen und überwältigten, wobei viele der Heldinnen umkamen. Als die Spanier 1818 das Land wieder besetzten, wurden noch mehrere Teilnehmerinnen hingerichtet. Das Departement Cochabamba zählte 1865 auf 69 854 akm 379 783 E. und zerfällt in die sechs Provinzen: C., Cliza, Tapacari, Mizque, Arque und Ayopaya.