FeedCilli (slowen. Celje)
ErdkundeBrockhaus 1882

Cilli (slowen. Celje), Stadt im südl. Teile des österr. Kronlandes Steiermark, am linken Ufer der Sann und an der Südbahn gelegen, zählt (1881) 5393 E. Unter den Kirchen sind hervorzuheben die hübsche alte got. Abtei- und Stadtpfarrkirche St. Daniel, welche vor Anfang des 15. Jahrh. erbaut wurde, mit einer schönen got. Kapelle, einem der merkwürdigsten Bauüberreste des Mittelalters, sowie die sog. deutsche Kirche in roman. Stile, ehemals dem nun aufgehobenen Minoritenkloster gehörig. Beide Kirchen haben schöne, erst in der jüngsten Zeit ausgebaute Türme. An die Zeit der eillier Grafenherrschaft erinnern: die untere Burg, gegenwärtig Kaserne, und die Ruinen des Schlosses Ober-Cilli auf dem südöstlich von der Stadt gelegenen bewaldeten Schloßberge. Reste alter Türme und Mauern um die Stadt sind noch zu sehen. Von den übrigen Gebäuden sind dasjenige des Kreisgerichts und das der Bezirkshauptmannschaft, das Rathaus und das ansehnliche Bahnhofsgebäude so- wie die Grafei erwähnenswert. C. ist der Sitz der erwähnten Gerichtsbehörde, der Bezirkshauptmannschaft und eines Revierbergamts, besitzt ein Unter- und Obergymnasium, sowie eine Bürger⸗, Volks- und Mädchenschule. Eine kleine Protestantengemeinde hat in der Stadt ihr eigenes zierliches Kirchlein nebst Friedhof. Zahlreiche Römersteine, welche in die Gebäude eingemauert sind, sowie ein massiv in Stein ausgeführter, noch jetzt als Kloake benutzter Kanal unter der Stadt erinnern an die Römerzeit. Die Bevölkerung Cos ist, obgleich das flache Land ringsum von Slowenen bewohnt ist,‚ der Sprache nach meist deutsch; sie treibt Handel mit Holz, Leder, Getreide und Kohlen aus der an diesem Mineral reichen Umgebung. Die Stadt hat eine durch landschaftliche Schönheiten ausgezeichnete Lage und ein sehr mildes Klima. Außer dem Schloßberge erheben sich östlich der malerische Josefiberg mit einem Lazaristenkloster und westlich der Nikolaiberg mit Weingärten und einer uralten kleinen Kirche. Auf dem rechten Ufer der Sann am Fuße des letztgenannten Bergs wurde in neuerer Zeit ein schöner Stadtpark angelegt. In der neuesten Zeit ist C. auch als Kurort in Aufschwung gekommen. Die Flußbäder in der zur Sommerszeit beinahe lauwarmen Sann üben eine sehr heilkräftige Wirkung und eine Reihe von Badeanstalten ist an beiden Ufern des Flusses errichtet, auch finden sich alljährlich immer mehr Kurgäste und Familien ein, welche C. als Sommerfrische benutzen. Von industriellen Anstalten ist nur die seit 1875 bestehende k. k. Zinkhütte erwähnenswert. Aus dem wald⸗ und bergreichen Gebiete des obern Sannthals wird mit Flößen Bauholz auf der Sann, die sich bei Steinbrück in die Save ergießt, bis zum Schwarzen Meere befördert. C. hatte zur Römerzeit viel größere Bedeutung als heute Der Ursprung der Stadt wird sogar ißt, sind unter K aufzusuchen. bis zur Keltenzeit zurückgeführt. Plinius der Altere erwähnt schon Celejas, 33 v. Chr. gelangte die Stadt unter röm. Herrschaft und erhielt den Namen Claudia Celeja von Kaiser Claudius, der sie kolonisierte. Sie ward Sitz des Militärgouverneurs von Mittel-Noricum und ein Municipium. Das Christentum fand später Eingang und unter Konstantin d. Gr. ward C. der Kirchenprovinz Aquileja einverleibt. Einen neuen Aufschwung nahm die Stadt unter dem berühmten Geschlechte der Grafen von C., welche ihren Ursprung von Friedrich von Saneck nahmen, der 1341 zum Grafen von C. eroben wurde. Unter diesen cillier Grafen waren rmann I. (gest. 1385), vermählt mit der Tochter des Königs IGef.1 I. von Bosnien, Friedrich II., Hermann III. (gest. 1426) und Ulrich II. (gest. 1456) besonders mächtig; Barbara, die Tochter Hermanns II., war die Gemahlin Kaiser Sigismunds und die Großmutter des ungar. Königs Ladislaus Posthumus. Das mächtige Geschlecht erlosch mit Ulrich II., der am 9. Nov. 1456 in Belgrad ermordet wurde. Die Grafschaft Cilli fiel sodann an Budisch IV. von SÖsterreich unter dem Namen der Windischen Mark. Im 16. Jahrh. hatte die Stadt von Bauernaufständen zu leiden, nach der Reformation fand der Protestantismus viel Verbreitung. Brände und Überschwemmungen verzeichnet die Chronik von C. zählreich. — Die Bezirkshauptmannschaft Cilli umfaßt auf einem Flächeninhalt von 2005 ꝗqkm 6 Gerichtsbezirke, 38 Gemeinden und (1881) 124 133 Bewohner. Vgl. Thalherr, Fremdenführer von C. und Umgebungo (Cilli w1875); Hoisel, C. und dessen Sannbädery (Wien 1877). CEilnier, odie Jurst altetrusk. Geschlecht in Arretium, dem die Fürsten (Lucumonen) der Stadt angehörten. Sein berühmtester Sprosse ist G. Cilnius Mäcenas. Eima (spr. Tschima, ital., der Gipfel) ist die Bezeichnung zahlreicher Berge im ital. Sprachgebiet der Alpen, wie C. di Gelas (3190 m) in den Meeralpen, C. di Ae (3818 m) in den Penninischen oder Walliser Alpen, C. di Castello (3402 m) in den Südrhätischen Alpen, C. di Nardis (3561 m) in der Adamellogruppe, C. d'Asta (2802 m), C. di Lagorei u. a. in den Südtiroler Alpen, C. Dodici (2333 m), C. di Pasta u. s. w. in den Lessinischen Alpen. Auch im Apennin werden einzelne Berge C. genannt, wie C. della Lamata in den Abruzzen. Eima (Giovanni Battista), berühmter ital. Maler, nach seinem Geburtsort da Conegliano genannt, wurde 1460 geboren und war noch 1517 künstlerisch thätig. Seine Vorbilder sind die Vivarini und Giovanni Bellini, dessen milde Lieblichkeit er erreicht. Seine Kompositionen sind von reizender Naivetät, dabei aber so ernst, daß kaum ein anderer Venetianer wieder so gut den kirchlichen Geist in seinen Malereien wiederzugeben wußte. Die Werke Cis sind leicht erkennbar an den Fernsichten auf die Gebirge seiner vaterstädtischen Gegend, die er so W als i Bild anzubringen suchte. Eins seiner berühmtesten Bilder ist Maria mit dem Kinde, von Johannes dem Täufer, der heil. Katharina und andern Heiligen umgeben, auf einem Throne sitzend, an dessen Fuße ein Engel die Geige spielt. Es befindet sich im Louvre zu Paris. Ein ähnliches Gemälde von dem Meister befindet sich auch in der Kirche Sta. Maria dell' Orto zu Venedig, das sich durch seine treffliche Perspektive und das Hervortreten der Figuren auszeichnet. Die dresdener Galerie besitzt einen schönen, durch Ernst einen Sohn Carlo, dessen Werke von denen des Vaters schwer zu unterscheiden sind.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 398Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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