FeedClairon
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Clairon, berühmte franz. Schauspielerin, hieß eigentlich Claire Josephe Hippolyte Legris de la Tude und war 1723 unweit Condeé in Flandern geboren, kam jedoch frühzeitig nach Paris, wo sie schon in ihrem 13. Jahre auf dem ital. Theater auftrat. Da sie aber hier keinen Erfolg hatte, ging sie in die Provinz und versuchte sich in Rouen und andern Städten auch als Tänzerin und Sängerin, bis sie im März 1743 ein Engagement bei der pariser Oper erlangte. Im September desselben Jahres wurde sie an dem Theätre frangais angestellt. Als mißt, sind unter K aufzusuchen. sie hier zum erstenmal (19. Sept.) als Phädra auftrat, feierte sie einen vollständigen Triumph. Zwar fand die Schauspielerin Dumesnil, in deren Rollenfach sie wetteifernd eintrat, noch fortwährend Auszeichnung; doch trug Voltaires Lob vor allem dazu bei, daß der Name Ces bald jeden ihrer Vorgängerinnen verdunkelte. Sie war 22 Jahre lang der Liebling des Publikums gewesen, als ihre Weigerung, mit einem anrüchigen Schauspieler Namens Dubois aufzutreten, sie nebst Lekain und andern ihrer bisherigen Kollegen plötzlich im April 1765 ins Gefängnis brachte. C. erlangte zwar bald die Freiheit zurück, gab aber nun ihre Künstlerlaufbahn für immer auf. Noch im Alter von 50 J. ging sie eine Liaison mit dem 12Jahre jüngern Markgrafen von Ansbach ein, dem sie auch an dessen Hof nach Ansbach folgte. Erst 1791 kehrte sie wieder nach Paris zurück und starb daselbst 18. Jan. 1803. Sie veröffentlichte „Mémoires d'Hippolyte C. et réflexions sur la déclamation théàtrale (Par. 1799; neue Aufl., mit Biographie von Andrieux, 1822; neue Ausg. 18470. Gairv., Abkürzung bei 3ool. Namen für J. de Clairville, Entomolog im dlane. Deng 19. Jahrh.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 428Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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