FeedClemens VIII. (Hippolyt Aldobrandini)
ReligionBrockhaus 1882

Clemens VIII. (Hippolyt Aldobrandini), Papst von 1592—1605, geb. 1536, seit 1585 Kardinal, gelangte durch einstimmige Wahl des Kardinalkollegiums 30. Jan. 1592 auf den päpstl. Thron. In Frankreich stellte sich C. auf die Seite der Ligue; mißt, sind unter K aufzusuchen. nachdem jedoch Heinrich IV. 1593 zum Katholizismus übergetreten war, absolvierte er ihn 1595 und blieb seitdem mit ihm in gutem Einvernehmen. Er vermittelte 1598 den Frieden zu Vervins zwischen Frankreich und Spanien und verhütete, indem er das Edikt von Nantes mit Stillschweigen überging und in die Scheidung Heinrichs IV. von Margarete willigte, den Ausbruch eines neuen Kriegs zwischen diesen Mächten. Das Herzogtum Ferrara zog er nach dem Erlöschen des Hauptstammes der Este 1598 als erledigtes Lehn ein. In dem Streit, der zwischen Dominikanern und Jesuiten üuber das Verhältnis von Gnade und Freiheit des Willens ausbrach, vermied er eine Entscheidung, um keinen der mächtigen Orden zu verletzen. Ohne Grund kamen die Jesuiten in Verdacht, seinen Tod, 5. März 1605, veranlaßt zu haben. Sein Versuch, eine Union der Thomaschristen in Indien herzustellen, mißlang ihm gänzlich. Von der Vulgata besorgte er 1592 eine zweite verbesserte Ausgabe, die nach ihm Clementina genannt wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 448Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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