Clerfayt (Frangois Sebast. Charles Jos. de Croix, Graf von), österr. Feldmarschall, geb. 14. Okt. 1733 im Schlosse Bruille im Hennegau, trat 1749 in österr. Dienst und zeichnete sich im Siebenjährigen Kriege so aus, daß er als einer der ersten den 1757 gestifteten Maria-Theresia-Orden erhielt und beim Abschluß des Friedens bereits Oberst war. Bei dem Aufstande in den Niederlanden 1787 verwarf er alle Anerbieten, wodurch man ihn um Abfall von Joseph II. zu verleiten suchte. Als Feldmarschalllieutenant focht er ausgezeichnet 1788 und 1789 gegen die Türken und wurde 1790 zum Bamat ein del ernannt. Er kommandierte im anat ein selbständiges Armeekorps und schlug die Türken bei Mehadia, befehligte 1791 in der Walachei und siegte bei Selya und Kalafat. Im sranz. Revolutionskriege befehligte er 1792 das zur Armee des Herzogs von Braunschweig gestoßene österr. Hilfskorps, mit dem er 15. Sept. die Fran zosen bei Croix-aux-Bois schlug. Nach dem Rückzuge des Herzogs aus der Champagne zog er sich nach Belgien zurück, wo er nach der Niederlage des Herzogs von Sachsen-Teschen bei Jemappes sich mit diesem vereinigte, dann mit dem Herzog von Sachsen-Coburg, der hierauf den Oberbefehl übernommen, die Franzosen 1. März 1793 bei Aldenhoven schlug, hierauf Mastricht entsetzte, 18. März die Schlacht bei Neerwinden entschied und 11. Sept. Quesnoy eroberte,‚, 15. und 16. Okt. aber bei Wattignies geschlagen wurde. Im J. 1794 ward ihm die Verteidigung von Westflandern übertragen. Hier wurde er 29. April bei Moucron von Pichegru geschlagen und zog sich dann nach dem Gefechte von Tourcoing in eine feste Stellung bei Thiel zurück. Als er diese verließ, wurde er 13. Juni von neuem bei Hooglede geschlagen. Nach dem Abgang des Herzogs von Sachsen-Coburg übernahm er Anfang Juli den Oberbefehl über das österr. Heer, sah sich aber genötigt, 5. und 6. Okt. bei Bonn über den Rhein urückzugehen. Er erhielt 1795 den Feldmarschallsab und den Oberbefehl der kaiserl. Heere am Rhein, in 4. Maf Stelle er Jourdan 11. Okt. bei Höchst schlug, Mainz durch Erstürmung der für unüberwindlich gehaltenen franz. Verschanzungen 29. Okt. entsetzte und 21. Dez. einen vorteilhaften Waffenstillstand mit der Französischen Republik abschloß. Wegen dieses Abschtusses geriet er in Zerwürfnis mit dem Minister Thugut, welcher ihn veranlaßte, den Abschied zu nehmen. C. kehrte Anfang 1796 nach Wien zurück. Doch erhielt er den Oberbefehl nicht wieder, weil er sich mit Thugut nicht verständigen konnte. Er trat darauf in den Hofkriegsrat, starb aber schon 19. 5.6 1798 zu Wien.