FeedJosias (Friedr. J.)
GeschichteBrockhaus 1882

Josias (Friedr. J.), Prinz von Sachsen-Coburg, geb. 26. Dez. 1737 zu Coburg, der dritte Sohn des Herzogs Franz Josias, trat 1756 als Rittmeister in österr. Dienste, nahm am Siebenjährigen Krieg teil und erhielt 1786, inzwischen zum Feldmarschalllieutenant aufgestiegen, das Generalkommando in Galizien. Im Türkenkrieg von 1788 befehligte er unter Laudon ein Armeekorps und besetzte die Moldau. Nach der Eroberung von Choczim und dem in Gemeinschaft mit Suworow Rochtenen Siege bei Fokschani schlug er die türk. Hauptarmee bei Martinestie, wofür er zum Feldmarschall erhoben wurde, und zog in Bukarest ein. Nach dem imun mehrere Jahre kommandierender General in Ungarn, wurde er 1792 infolge der Niederlage von Jemappes zum Oberbefehlshaber der österr. Armee 1 die Franzosen ernannt. Er siegte März 1793 bei Aldenhoven und Neerwinden und brachte Belgien wieder in österr. Gewalt. Aber die unheilvolle Politik Thuguts lähmte seine Kriegführung und vereitelte den Erfolg dieser Siege. Zwar eroberte J. 1794 die franz. Plätze Conde, alenciennes, Quesnoy, Landrecies und warf die Franzosen viermal über die Sambre zurück, doch wurde er 26. Juni bei Fleurus geschlagen und mußte Belgien räumen. Er nahm darauf den Abschied und zog sich nach Coburg zurück, wo er 28. Febr. 1815 starb. Vgl. A. von Witzleben, «Prinz Friedrich J. von Coburg-Saalfelde (3 Tle., Berl. 1859).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 892Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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