Coahuila (verdorbener Name aus Caupuya), auch Cohahuila geschrieben, ein Staat von Mexiko, grenzt im N. und NO. an den Rio Grande del Norte, der das Land von Texas scheidet, im O. an Nuevo-Leon und Tamaulipas, im S. an San Luis Potosi und Zacatecas, im W. an Durango und Chihuahua und hat incl. des Territoriums de Sierra Mojada ein Areal von 152517 qkm. Das Gebiet gehört ganz dem obern Abfall des mexik. Tafellandes an. Der O. ist noch ziemlich gebirgig; der N. verflacht sich allmählich gegen den Rio Grande hin, und auf seiner welligen Oberfläche wechseln dichte Waldungen mit iem. achhr Ebenen und — tbaren Thälern. Der NW. gehört dem Bolson e Mapimi an, einer ausgedehnten, zum Teil noch von unbezwungenen Indianern durchstreiften Depression des Plateaus, das 1157 m über dem Meere liegt, auch nach Chihuahua hinüberreicht und von dessen verschiedenen Seen mehrere zu C. gerechnet werden, wie die Laguna del Muerto und die Laguna de Parras im S. von dem Centralbecken de Bolson, die Laguna de Tlahualila (Caymansee), die in der trockenen Zeit fast serstache ist, während 8. andern Zeiten ihre Wasserfläche von N. gegen S. sich über 125 Km ausdehnt. Der Bolson de Mapimi wird im W., S. und O. von nicht Cabos aber steilen und oft durch Schluchtenthäler Canons) von der Hochebene getrennten Kalksteinügen eingefaßt, die reich an Silber⸗, ——— und leilagern sind, die man gegenwärtig nur hier und da, wie im N., bei San-Fernando de Rosas, oberflächlich ausbeutet. Die bedeutendern Flüsse von C. ergießen sich sämtlich in den Grenzstrom Rio Grande; so der etwa 300 km lange Rio Salado mit einem Nebenflusse, dem Rio Sabinas, im S. der Pesquerto. Das Klima von C. ist im allgemeinen gemäßigt und gesund, doch zeigen sich die Winter verhältnismäßig kalt, und im Sommer wehen zuweilen erstickend heiße Winde. Die Bevölkerung des Landes wurde 1880 auf 104 131 Seelen mißt sind unter K aufzusuchen. angegeben. Der Haupterwerbszweig ist die Viehzucht, doch eignen sich Boden und Klima vielfach auch zum Anbau von Weizen, Mais und Hülsenfrüchten, sowie der europ. Garten⸗ und Baumfrüchte. Im SW. wird, besonders um Las Parras, Weinbau mit Erfolg getrieben. Seit der Abtrennung von Texas, das früher zu C. gehörte, ist die Kultur und der Bergbau mehr und mehr herabgesunken. Reine Indianer gibt es nur wenig. Als die Spanier das Land in Besitz nahmen, gehörte es hauptsächlich drei Indianerstämmen: den Coahuiltecs, den Tobosos und den Irritilas, welche in mehr als 150 Unterabteilungen zerfielen. Namen und Sprachen derselben sind gändlich erloschen. Die Hauptstadt des Landes, Saltillo oder Leona Vicario, im S. und nahe der Grenze von Nuevo-Leon, 1598 müber dem Meere in einer wenig fruchtbaren Gegend gelegen, ist regelmäßig und gut gebaut, hat eine Pfarr⸗ und vier andere Kirchen und auf dem Hauptplatze ein großes Reservoir, durch welches der Ort mit Wasser versorgt wird. Die Stadt zählt (1880) 11340 E. In ihrer Umgebung wird noch die Agave (s. d.) zur Pulquebereitung angebaut. Etwa 11 km südlich davon findet sich das Schlachtfeld von Buena-Vista, wo General Taylor 22. und 23. Febr. 1847 die Mexikaner unter Santa-Anna schlug, und etwa 300 km nördlich liegt in dem durch Berg und Thal am meisten zerschnittenen und fruchtbarsten Teile Monclova oder Coahuila, eine Stadt von 4236 E., früher der Hauptort des Landes. In der Nähe, bei San-Buonaventura, baut man im großen die seidenartige Baumwolle von langem Stapel. Die immer wiederkehrenden Einfälle der wilden Indianerhorden stören indes jeden höhern Aufschwung der Kultur. [für Coks (s. d.).