FeedCoguacöl
NaturlehreBrockhaus 1882

Coguacöl, künstliches (Cognacessenz. Cognacäther), wird in großen Mengen 155 Die ö brikation des Cognacs aus Kokosöl dargestellt. Die Kokosseife wird in warmem Wasser geschmolzen, mit verdünnter Schwefelsäure zersetzt, wobei die ettsäuren, Palmitinsäure, Caprinsäure, Capronäure u. a. geschmolzen als ölige Schicht sich abcheiden; diese werden von der Aliosol Lösung Calttäut gewaschen, in starkem Alkohol gelöst und alzsäuregas eingeleitet, solange dieses noch gebunden wird. Die Flüssigkeit wird durch Waschen mit Wasser von anhängender Säure befreit und bildet alsdann ein Gemenge der Athyläther der vor-Hiengenn organischen Säuren, sie erteilt in geringen Mengen verdünntem Weingeist zugesetzt diesem einen an Cognac erinnernden Geruch und Geschmack. Cogniard (Hippolyte und Theodore), zwei Brüder und . audevilleschreiber, ersterer geb. 20. Nov. 1807, letzterer geb. 30. April 1806, gest. 14. Mai 1872, waren Theaterdirektoren in Paris und entwickelten eine erstaunliche Thätigkeit in der Fertigung von Dramen, die freilich keinen bleibenden Wert haben. Am meisten Erfolg hatte seinerzeit das Zauberstück (La biche au boisv. Cogniet (Leon), franz. Maler der Neuzeit, geb. zu Paris 29. Aug. 1794. Seine Jugend fiel in die Epoche der klassizistischen Reformen der Davidschen Richtung, deren Geist auch C.s Streben beeinflußte. Er machte seine Studien zu Rom an der Akademie sowie unter der Leitung Guerins. Doch zeigte sich alsbald schon bei den frühern Leistungen C.s eine Tendenz, welche mit dem kühlen Wesen jener akademischen Kunstweise nicht vollkommen übereinstimmt. Namentlich verstand es der Künstler schon damals durch schärfere Charakteristik sowie durch das Betonen des psychol. Moments zu pointieren und seine Gestalten dadurch über die Schablone des rein Akademischen zu erheben. Dies tritt namentlich zu Tage in seinen Werken: Marius auf den Trümmern Karthagos, welches Gemälde 1824 vollendet wurde, und das Allmahtid Der Mord der unschuldigen Kinder. Allmählich begann sich C. romantischen Stoffen zuzuneigen, welche Richtung z. B. an den drei Jahre später entstandenen Heiligenbildern in der Madeleine⸗ und andern pariser Kir⸗ + sichtlich wurde. Den Gipfelpunkt erreichte diese chwenkung nach der Seite der Romantik mit einem 1831 geschaffenen Gemälde nach Walter Scotts „Ivanhoev. Durch seine meisterhaften Porträts mit ihrer feinen, vornehmen Charakterisierung lenkte C. von dieser Richtung wieder ab, wenn auch der Auszug der pariser Nationalgarde von 1792, 1836 gemalt für Versailles, nochmals die heftigste Bewegung und stürmisches Leben ausspricht Den vollkommen geklärten Künstler auf der höchsten Stufe Hats Schaffens zeigte dann sein berühmtes Bild: Tintoretto an der Leiche seiner Tochter (1843), ein Meisterwerk an vornehmer Ruhe und wahrhaft monumentaler Großartigkeit, ausgezeichnet besonders durch die tiefverstandene Charakterisierung und psychol. Schilderung. Neben seinen Staffeleibildern hat C. auch Deckenmalereien leons unt so im Louvre die Darstellung Napoeons unter den Gelehrten der ägypt. Expedition. Er starb zu Paris 20. Nov. 1880. Cognitio (lat.) ist die Ermittelung eines Thatbestandes durch mündliches, rechtliches Gehör beider Parteien vor der entscheidenden richterlichen Obrigkeit (vgl. Causae cognitio). Im röm. Prozeß hatte C. die Bedeutung eines besondern, zuerst außerordentlichen, später zur Regel gewordenen Verfahrens, bei welchem der Staatsbeamte (Magistratus, s. d.) den Rechtsfall selbst untersuchte und entschied. Die Regel war nämlich zuerst Teilung der richterlichen Funktion zwischen dem Staatsbeamten und einem Privatmann als Geschworenen, indem der Beamte den Prozeß nur instruierte, das Ergebnis der Ermittelung in ein Kunmoveus (formula) so zusammenfaßte, daß der Geschworene nur den Beklagten zu verurteilen oder freizusprechen hatte, und die Entscheidung den Geschworenen überwies. Dieses Verfahren kam im Laufe der Zeit für einzelne Fälle ab, wo die C. an seine Stelle trat, in der Kaiserzeit verschwand es dann mit der Anderung der Gerichtsverfassung gänzlich. Cognitor (lat.), ein Terminus des röm. Civilprozesses, bezeichnet den Bevollmächtigten einer Prozeßpartei, welcher von dieser durch unbedingte, mündliche, förmliche Ernennung bei dem Gegner als Vertreter des Ernennenden in einem speziell designierten Prozeß beglaubigt wird. Gegensatz hierzu ist der Prokurator, welcher ohne derartige solenne Accreditierung beim Gegner zum General- oder Spezialbevollmächtigten in Prozessen bestellt ist. (S. unter Stellvertretung.) Cognomen (lat.), Beiname, s. unter Name. Cogoleto, Dorf in der ital. Provinz Genua, Bezirk Savona, 20 km im ONO. von Savona, am Busen von Genua und an der Corniche-Bahn, zählt bier d. 2494 CE., meist Schiffer und Fischer. Man zeigt ier das angebliche Geburtshaus des Columbus. Cogswell (Joseph Green), amerik. Gelehrter, geb. 27. Sept. 1796 zu Ipswich in Massachusetts, setzte, nachdem er Harvard-College besucht hatte, 1816 mit seinen Freunden Edward Everett und Georg Ticknor in Göttingen seine Studien fort und bereiste mehrere Jahre lang Europa. Nach seiner Rücktehr wurde er 1820 Professor der Mineralogie und Geologie, sowie Bibliothekar in Harvard, legte aber 1823 seine Stellen nieder, um in Gemeinschaft mit Bancroft die Round Hill-Schule in Northampton zu gründen. Er stand derselben erst fünf Jahre in Gemeinschaft mit Bancroft und dann fünf Jahre allein vor, errichtete dann eine ähnliche Schule zu Raleigh in Nordcarolina und zog 1839 nach Neuyork, wo er mit J. J. Astor bekannt wurde, der ihm in der Folge die gerkrra, welche und Ausführung der Bibliothek übertrug, welche Astor der Stadt Neuyork schenkte. Zu diesem Zweck machte C. drei Reisen nach Europa kaufte namentlich in nißt, sind unter K aufzusuchen. Deutschland und Paris wertvolle Bücher an und trat auch an die Spitze der 1854 eröffneten gemeinnützigen Anstalt, der er bis 1860 vorstand. Zwei N05. später zog er nach Cambridge, wo er 26. ov. 1871 starb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 487Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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