FeedConidienträger
NaturlehreBrockhaus 1882

Conidienträger, s. unter Ascomyceten. Comfern (Coniférae), s. Nadelhölzer. ein von Th. Hartig im Cambialsafte von Larix europaea entdecktes, später von Kubel, Tiemann u. a. näher untersuchtes Glukosid, welches man in schönen großen Krystallen erhält, wenn man im bialarrase oder Anfang des Sommers die Camialgefäße der Nadelhölzer durch Abschaben des von der Rinde befreiten Holzes möglichst isoliert, diese mit Wasser auszieht und den verdampften Saft, nach Abscheidung des gerinnenden Eweißes, der Krystallisation überläßt. Das C. bildet nadelförmige, schwer in kaltem, leichter in heißem Wasser, leicht in Alkohol lösliche, in Ather unlösliche Krystalle, gibt bei w100 sein Krystallwasser ab, schmilzt im entwässerten Zustande bei 185 und ist von bitterm Geschmack. Mit einer Spur von Phenol erzeugt C. auf Zusatz von Salzsäure eine prachtvoll blaue Farbe. Die in Wasser verteilten Krystalle werden durch wenig Emulsin derartig zersetzt, daß aus dem C. neben Traubenzucker Coniferyl-H alkohol C10 EI20; sich abspaltet, und dieser wird durch oxydierende Agentien in Vanillin CeHsO, verwandelt. Das C. war der Ausgangspunkt zur künstlichen Darstellung des Vanillins; da aber inzwischen bequemere Methoden zur Gewinnung dieses technisch wichtig gewordenen Körpers gefunden sind, so hat C. seine praktische Bedeutung verloren. oniin, Conicin, Cicutin CsHIN, der Giftstoff des Schierlings (Conium maculatum), 1827 von Giesecke zuerst dargestellt, ist seitdem vielfach Gegenstand chem. Untersuchungen gewesen seine richtige, durch obige Formel ausgedrückte Zusammensetzung ist erst 1881 von A. W. Hofmann erkannt. Zur Darstellung destilliert man Schierlingssamen unter Zusatz von einem Viertel seines Gewichts an Kalihydrat mit Wasser, neutralisiert das Destillat mit verdünnter Schwefelsäure, entfernt dabei ungelöst bleibendes ol, verdampft auf ein kleines Volum und versetzt den Rückstand mit Ather-Alkohol, wodurch schwefelsaures Ammoniak abgeschieden wird; die von diesem Salz getrennte Flüssigkeit wird zur Verdampfung des Athers und Alkohols erwärmt und endlich mit Kalihydrat im Wasserstoffstrome destilliert. Das C. ist eine wasserhelle, ölige Flüssigkeit von höchst unangenehmem, an Mäuse erinnerndem Geruch, von scharfem, tabakähnlichem Geschmack, höchst giftig, in Wasser schwer löslich, in kaltem mehr als in heißem Wasser löslich, die wässerigen Lösungen trüben sich daher beim Erwärmen, leicht in Alkohol, Ather und den meisten Lösungsmitteln löslich, nur in Chloroform ist es schwer löslich. Sein Siedepunkt ist sehr verschieden angegeben, zwischen 163 und 2107, „W. Hofmann fand 167 — 169. In einem Strome von Wasserstoff oder Kohlensäure läßt es sich unverändert destillieren, bei Zutritt der Luft findet dagegen Zersetzung statt. Wird in die ätherische Lösung des C. trockenes Chlorwasserstoffgas geleitet, so scheidet sich chlorwasserstoffsaures C. 5 16 HN HCl in weißen Krystallen aus; auf gleiche Weise läßt sich auch das bromwasserstoffsaure Salz erhalten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 560Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 8

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Naturlehre 6