FeedCölestin
NaturlehreBrockhaus 1882

Cölestin (von coelestis, himmelblau) ist ein im rhombischen System als säulenförmige und tafelförmige Indivibuen krystallisierendes, mit Schwerspat und Anglesit isomorphes Mineral, bestehend aus schwefelsaurem Strontian, SrS0.. Seine Färbung ist in der Regel weiß oder blau; es findet sich krystallisiert, faserig oder feinkörnig bis dicht. Seine Härte ist ungefähr die des Kalkspats, sein spezifisches Gewicht schwankt zwischen 3,9 und 4, von Säuren wird es nur wenig angegriffen. Man findet den C. ganz besonders schön bei Girgenti auf Sicilien, zu Pschow unweit Ratibor, zu Jühnde bei Göttingen, auf der Strontianinsel, im Huronsee, in Kalkgebirgen, auch auf Erzgängen bei Herrengrund in Ungarn; dünne, faserige Zwischenlager von blauer Färbung bildet er z. B. im Muschelkalt bei Dornburg unweit Jena. Man benutzt denselben zur Darstellung der Strontianerde (s. d.) und verschiedener Strontiansalze.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 496Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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