FeedChlorit ist ein glimmerähnliches
NaturlehreBrockhaus 1882

Chlorit ist ein glimmerähnliches, hexagonal krystallisierendes Mineral von gewöhnlich schmutziggrüner Farbe, welches in tafelförmigen, oft kamm- oder wulstförmig gruppierten Krystallen, auch in blätterigen und schuppigen Massen erscheint. Es ist sehr vollkommen basisch spaltbar, in dünnen Blättchen biegsam, aber nicht elastisch, so weich und milde, daß es sich mit dem Fingernagel ritzen läßt. Dünne Lamellen erweisen sich optisch einachsig, oder auch zweiachsig mit sehr geringem Neigungswinkel der Achsen. Konzentrierte Schwefelsäure zersetzt das feine Pulver. Chemisch besteht der C. aus etwa 26 Proz. Kieselsäure, 20 Proz. Thonerde, 42 Proz. Magnesia und Eisenoxydul und 12 Proz. Wasser. Feine staubförmige Schuppen von C. sind oft in andern Mineralien, z. B. wasserhellen Bergkrystallen, eingewachsen oder auf der Oberfläche anderer, z. B. Feldspate, aufgestreut. Der C. ist sehr häufig und bildet bisweilen als vorwaltender Gemengteil ein Gestein, welches man Chloritschiefer (s. d.) nennt. Eine Anzahl ähnlicher Mineralien hat man zu der Chloritgruppe vereinigt, zu welcher außer dem eigentlichen C. noch der Pennin, Leuchtenbergit, Kämmererit, Klinochlor, Ripidolith, Pyknotrop, Delessit, Thuringit u. a. gehören. Diese Glieder der Chloritgruppe stehen sowohl ihrer äußern Erscheinung, als ihrer chem. Konstitution und der Weise ihres Auftretens nach zwischen den Glimmern und Talken; von den erstern sind sie durch den großen Wassergehalt und das Fehlen des Kalis, von letztern durch den Gehalt an Thonerde unterschieden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 322Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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