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ErdkundeBrockhaus 1882

Comayagua oder Concepcion de Comayagua, Hauptstadt des gleichnamigen Departements im centralamerik. Staat Honduras, bis 1880 Hauptstadt des ganzen Staats, liegt im Innern des Landes in 650 m Meereshöhe am Humaya, nahe dem Südrande der Hocheb ene von C., welche bei einer Länge von 60—70 Em und einer Breite von 7—22 km durch malerische Schönheit, Fruchtbarkeit des Bodens und Gesundheit des Klimas ausgezeichnet ist. Die Stadt wurde 1540 unter dem Lt veralteten Namen Valladolid la Nueva angelegt, erhielt 1557 städtische Gerechtsame und ward 1561 zum Bischofssitz erhoben. C. zählt etwa 10000 E. und hat ein ärmliches Aussehen. Vor der Zerstörung der Stadt durch die Guatemalteken hatte sie 18000 E. Die Häuser sind zum Laut. Teil nur einstöckig und aus Luftziegeln eraut. Das ansehnlichste Gebäude ist die 1700.—15 erbaute Kathedrale, ein stattlicher Bau mit Kuppeln und Türmen, aber dürftigem, ausgeraubtem Innern. Handel und Gewerbthätigkeit sind ganz ohne Bedeutung, selbst der Anbau der fruchtbaren Auer mit d ist vernachlässigt. Die 1678 gestiftete, aber mit dem Ruin der Stadt zu Grunde gegangene Universität wurde zwar 1833 hergestellt, ist aber seitdem noch nicht wieder in Wirksamkeit getreten. Seit 30. Okt. 1880 ist Tegucigalpa, 12000 CE., die Hauptstadt der Republik. Das Departement Comayagua, welches auf 11361 am nur noch etwa 60000 E. zählt, war vor Ankunft der Spanier bei weitem dichter bevölkert; in denselben finden sich zahlreiche Ruinen alter Quiché-Städte, unter denen die von Tenampua (gewöhnlich Pueblo-Viejo genannt), etwa 34 kRm im S. von C. bei dem Dörfchen Lo de Flores an der Straße von Tegucigalpa und im S. bei Las Piedras liegend, die ausgedehntesten sind. Squier zählte hier 300—400 Terrassen und abgeumwsie Pyramiden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 529Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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