Cuzeo (spr. Cusco), Hauptstadt des gleichnamigen Departements im südamerik. Staate Peru, liegt 850 EKm im OSO. von Lima und 3468 m üÜber dem Meere, in einem reizenden, 45 km langen Hochthale, an der Südseite des steilen Hügels von Sacsaihuaman, auf einem unebenen, von den lüßchen Huatenay und Rodadero durchströmten errain und auf den Trümmern der (nach der Sage im J. 1021 oder 1050 von Manco-Capac gegründeten) Haupt⸗ und Residenzstadt der Inkas, welche 1533 von den Spaniern unter Francisco Pizarro erobert und zerstört wurde. Die Stadt ist ziemlich regelmäßig mit breiten, geraden Straßen angelegt und hat viele gut, selbst geschmackvoll gebaute Häuser. C. ist der Sitz eines Bischofs (seit 1537), einer sog. Universität (seit 1598), hat eine schöne Kathedrale, ein bischöfl. Seminar, in welchem außer lehrrwerd auch Mathematik und Jurisprudenz gelehrt werden, zwei höhere Schulen, eine 1825 von Bolivar gegründete höhere Töchterschulen mehrere öffentliche und Privat-Elementarschulen, eine Bibliothek und seit 1848 ein Museum, sowie zwei Hospitäler. Von den Denkmälern altperuan. Herrlichkeit zeichnen sich aus: die Mauer⸗ )reste des Sonnentempels Curi-Cancha, in welchem bes einst ein Bild der Sonne aus massivem Golde befand; an dessen Stelle wurde 1534 Kirche und „Kloster Sto.-Domingo erbaut; die Grundmauern edes Tempels der Sonnenjungfrauen (Accla-Huasi, für die Erziehung der Inka-Prinzessinnen), auf edenen 6187 das Kloster Sta.⸗Catalina ruht, beson⸗ „ders aber die Ruinen des Inkapalastes Colcampata tam Fuße des Hügels von Saesaihuaman und die „saus den riesigsten Steinmassen aufgeführten Festungswerke auf der Höhe desselben. Auch sieht man in der Nähe der Stadt Überreste der Kn artigen Heerstraßen, die von hier aus nach allen vier Himmelsgegenden durch das Reich liefen. C. zählt (1876) 18370 E. und liefert gute Goldschmiedearbeiten und Posamentierwaren, sowie ordinäre Woll⸗ und Baumwollgewebe. Auch gibt es ziemlich bedeutende Zuckersiedereien, Seifenfabriken und Gerbereien. Der Haupterwerbszweig der Bevölkerung ist der Landbau in der ebenso diun baren als schönen Umgegend. Der Handel ist unbedeutend, doch kommen ziemlich viel Leder und Corduan, Zucker- und Posamentierwaren zur Ausfuhr; die Malereien der Einwohner sind in ganz Peru geschätzt. Das Klima ist angenehm und gesund. Das Departement Cuzceo reicht im N. bis in die Montana oder Region der Urwälder, grenzt im O. an Puno und Bolivia, im S. an Arequipa und im W. an Apurimac, Ayacucho und Junin und zählte im J. 1876 auf 40936 akm 238 455 und Wiune In ihm vereinigen sich die Küsten- und Binnencordilleren der Andes zu dem ausgedehnten Gebirgsknoten von C., auf dem sich weite Hochebenen (Punas) ausbreiten. Das Thal des 260 km langen Vilcomayo (des obern Laufs des Urubamba oder Ucayali) ist das Paradies von Peru, in das sich die Inkas oft zurückzogen.