Cordöva (offiziell Cordoba), alte berühmte Uer Stadt (Ciudad) in Andalusien, am rechten er des Guadalquivir, 442 km von Madrid, 131 km im NO. von Sevilla, in 104 m Höhe, Bischofssitz und Hauptstadt der nach ihr benannten Provinz, ehedem eines maurischen Reichs, ist amphitheatralisch in Form eines länglichen Vierecks am Fuß der Sierm de Cordova, die der Sierra Morena vorgelagert ist, in einer gutgebauten, mit Gärten, Land-Punem Wein⸗, Oliven⸗ und Orangenpflanzungen, inien⸗ und Korkeichengehölzen bedeckten, aber sehr heißen Gegend erbaut und mit Mauern und mächtigen achteckigen, viereckigen und ⁷ Türmen umgeben. Am südl. 3als De steht die isolierte, schöne Feste Carrahola als Brückenkopf. Ein Teil der Stadt ist römischen, ein anderer mauri1 Ursprungs. Ihr Umfang ist sehr bedeutend, aber viele Gebäude sind verfallen oder drohen den Reihe de und Gärten unterbrechen vielfach die Reihe der Häuser. Die Straßen sind eng, krumm, schmutzig und, außer der Calle-Real und wenigen andern, menschenleer; doch ist die Plaza-mayor, der roße regelmäßige Hauptmarktplatz, durch die Schönheit der ihn umgebenden Säulengänge ausgezeichnet. C. hat auder der Kathedrale 13 Pfarr⸗ und 2 andere Kirchen, 19 Nonnen⸗ und 17 8 Kudel-Mönchsklöster, 7 Spitäler, ein Armen⸗, ein Findel⸗, ein Zuchthaus, eine Kaserne, einen bischöfl. Palast, ein Theater und einen Stiergefechtscirkus. An Bildungsanstalten besitzt die Stadt eine Bibliothek von 15000 Bänden, ein Priesterseminar, ein Instituto, ein Liceo, eine Akademie für Mathematik und Zeichenkunst und andere Unterrichtsanstalten. Die Hauptzierde der Stadt ist die an Stelle einer Kirche der Goten 786 bis 794 gebaute 7 Moschee 138 mezquita), welche durch die 1523 hineingebaute ath. Kirche verunstaltet ist, aber zu den schönsten Bauwerken der Welt gehört. Die 10—20 m hohe Außenmauer ist geschmacklos und hat viereckige Türme. Sie ist 167 mlang, 119 mbreit und nächst der Kaaba zu Mekka der größte mohammed. Tempel, ein Meisterstück arab. Baukunst. Ihre Deckenwölbung besteht aus kunstvoll verbundenen, teils achteckigen, teils runden Kuppeln, von 1106 (ehemals 1200) 50 em dicken Marmor⸗, Porphyr⸗, Ja6.1 und Brecciesäulen getragen, die von N. nach 5. 19 und von W. nach O. 36 viel engere Säulen-Lochr oder Schiffe bilden. Das Gebäude hat 20 hüren, 16 Türme und gegen 100 Kapellen; der Hauptaltar ist in der Mitte freistehend angebracht. (S. m lan Baustile VI, Fig. 1.) Auch die 223 m lange Brücke, welche auf 16 Bogen über den Strom nach der Vorstadt Campo de la Verdad geht, ist ein Den Borit aus der Zeit der Mauren 719. Nebst den Vorstädten zählt C. (1877) 49855 CE. Früher eine der bedeutendsten Handelsstädte, auf deren reichen Bazars die Schätze dreier Erdteile feilgeboten wurden, ist gegenwärtig der merkantilische Verkehr der Stadt sehr herabgesunken. Berühmt war sonst das in C. ausschließlich gefertigte Glanzleder, Korduan (s. d.) genannt, das weit und breit versendet wurde. In neuerer Zeit Uh sich der Verkehr wieder etwas gehoben, namentseit der Eröffnung der Eisenbahnen über Sevilla nach Cadiz nach 2 nach Madrid (Valencia) nordöstlich und nach Malaga lar der Im W., bei der Brücke, liegt der alte Palast der maurischen Könige, deren von fließendem Wasser befruchtete Gärten voller Orangen⸗ und Granatbäume sind. Daneben erheben sich die Türme des Alcazar oder des 786 erbauten Wrlomd,n Inquisitionspalastes und der Turm der Paloma, wo sich die Bäder der Kalifen befanden. In dem Alcazar befindet sich die größte königl. Stuterei Andalusiens. Überhaupt wird in der Gegend um C. viel Pferdezucht getrieben und es galten die Caballos Cordobeses von jeher für die besten der andalus. Rasse. C. wird unter dem Namen Cordüba schon als Winterquartier des röm. Konsuls Marcellus 152 v. Chr. erwähnt und erhielt durch denselben eine Kolonie auserlesener Bürger (Patricia), die erste der Römer in Spanien. Im J. 45 v. Chr. wurde es von Cäsar den letzten Pompejanern entrissen. Zu Strabos Zeit war die Stadt die Herder und blühendste des Landes und hatte einen Obergerichtshof für Bätica und Münzrecht. C. ist der Geburtsort der beiden Seneca und des Dichters Lucanus. Nachdem 571 König Leovigild die Stadt erobert, ward sie Bischofssiz. Im J. 711 nahm sie Musas Feldherr, Tarik, in Besitz, und sie wurde, anstatt Sevilla, 716 Mittelpunkt der arab. Herrschaft in Spanien. Abdur-Rahmän I. aus dem Hause der Omajjaden, der 756 das Kalifat von C. gründete, erhob sie zur Residenz. Ihre höchste Blüte erreichte sie unter den Kalifen Abd-ur-Rahmän II. und Abd-ur-Rahmän IV., wo sie angeblich, nach orient. übertreibung, 200000 Häuser, 1 Mill. E., 80000 Paläste, 600 Karawanserais und außer der hohen Schule (die im 10. Jahrh. für Europa das war, was Bagdad in Asien) noch gegen 80 öffentliche Schulen, sowie eine Bibliothek von 600000 Bänden, über 900 öffentliche Bäder, 300 Moscheen und 12000 Dörfer als Vorstädte zählte. Nach dem Sturze des Kalifats 1031 kam C. mit seinem Gebiete an die Beni-Dschahwar, 1060 an die Abbaditen von Sevilla, 1091 an die Almoraviden, 1148 an die Almohaden, und endlich, nach 525jährigem Besitz durch die Moslems, 29. Juni 1236 durch die CEroberung Ferdinands III. an Castilien. Im J. 1808 wurde C. von den Franzosen unter Dupont 7. Juni erobert, nach dem Treffen gegen die Truppen der Junta an der Marmorbrücke von Alcolea. Die Provinz Cordova, fast genau das alte Königreich C., umfaßt 74 Ayuntamientos oder Kantone, welche in 16 Distrikte gruppiert sind, und zählt (1877) auf 13 726,6 qkm 385582 E. Der rößere Teil ist die nördlich vom Guadalquivir geegene Sierra, ein welliges Plateau ohne Höhenhg mit span. Strauchwerk und wenig Gehölz beeckt, im nördlichsten, mehr zerteilten Abschnitte los Pedroches genannt, stark bevölkert, mit vielem Vieh auf den ausgedehnten Weiden, an den verschiedensten Metallen, namentlich auch an Steinkohlen reich; das südlich vom Flusse gelegene Drittel ist die überaus fruchtbare, sehr heiße Campina; es fehlt an Quellen und Wald, daher ist es ein sehr trockenes Land, dem durch m der Fallg geholfen werden könnte, wie es vordem der Fall gewesen.