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ErdkundeBrockhaus 1882

Como, Hauptstadt der gleichnamigen ital. Provinz (2720 ꝗkm mit 11881 515 134 C.), liegt 220m über dem Meere an der Südwestspitze des Comersees (s. d.), in einem reizenden Thale, das ringsum von Bergen eingeschlossen wird, die fast bis zum Gipfel mit Gärten, Oliven⸗ und Kastanienwäldern bedeckt sind, und ist mit Mailand durch die 45 Em lange Bahn Camerlata-Monza-Mailand, mit Lugano und Bellinzona durch eine Zweiglinie der Gotthardbahn, mit den Uferorten des Sees durch Dampferlinien verbunden. C. ist der Sitz eines Bischofs und des Präfekten der Provinz und zählt (1881) 10865, als Gemeinde 25560 E. Noch jetzt mit Mauern und Türmen umgeben, wurde die Stadt früher durch das 1,5 km südlich auf einer steilen Anhöhe oberhalb des Bahnhofs Camerlata gelegene feste Schloß Baradello verteidigt, das jetzt ißt, sind unter K aufzusuchen. in Trümmern liegt. Sie hat 13 Kirchen, unter denen sich besonders die aus Marmor erbaute und an Gemälden reiche Domkirche, deren Bau 1396 begann und erst im 16. Jahrh. beendet wurde, und in architektonischer Hinsicht die Kirche San-Fedele, die älteste der Stadt, auszeichnen. Ein prächtiges Werk ist der Broletto (Rathaus), unmittelbar neben dem Dom, ein großer Arkadenbau aus dem 13.Jahrh. Auch finden sich zu C. mehrere schöne Paläste. Das 1824 gestiftete Lyceum besitzt eine gute Bibliothek. Die zahlreichen Seidenmanufakturen liefern Samt, Taft, Handschuhe und Strümpfe, und der Handel mit Graubünden, der Schweiz und Oberitalien beschäftigt Wiiefen große Handelshäuser. Für den Bildhauer liefern die nahen Marmorbrüche treffliches Material. Die Nähe der Alpen macht das Klima in C. nicht selten etwas streng und regnerisch; doch hindern die oft s awder Winde die Fruchtbarkeit des Bodens nicht und der Weinstock wie der Olbaum wuchern noch wie zu der Römer Zeit in aller Üppigkeit der südl. Vegetation. Schon zur Römerzeit und im Mittelalter waren die Bewohner von C. durch ihre regelmäßigen Auswanderungen bekannt. Jetzt handeln die Wandernden meist mit u. s. w. Zu C. wurden Plinius der Jüngere, nach einigen auch der Altere, die Päpste Clemens XIII. und Innocenz XI., der Bildhauer Canova sowie der Physiker Volta geboren, dem man daselbst ein Denkmal errichtet hat. Unter den Römern eine ansehnliche Stadt (Comum), machte auch sie zur Zeit des Wiederauflebens der ital. Republiken sich unabhängig, unterlag aber in der Fehde mit Mailand. Kaiser Friedrich I. stellte in der Mitte des 12. Jahrh. ihre Unabhängigkeit wieder her, aber zu Anfang des 15. Jahrh. mußte sie sich den Herzögen von Mailand unterwerfen. Im ital. Kriege des J. 1859 war C. ein Hauptagitationspunkt Garibaldis. Die Geschichte C.s haben Cantu (2 Bde., Como 1829 u. öfter) und Monti (Como 1829) geschrieben. Vgl. Balbiani, Como ed il suo lagov (Como 1880). liches Gelage und Gn, Lied), eigentlich Gesang bei Gelagen und an diese sich anschließenden Umzügen, wurde dann Bezeichnung für das aus Lustbarkeiten bei Festen zu Ehren des Dionysos (s. Baechus) hervorgegangenen Drama heitern, oft ausgelassenen Charakters, des griech. Lustspiels. Abgesehen von den noch unentwickelten Vorspielen in improvisierten Liedern und scherzhaften und H11 Wechselreden unterscheidet man in der griech. Lit teraturgeschichte (außer der sicilischen) die ältere und neuere, Auch in u. auch eine mittlere attische Komödie. Auch in Rom oser man einheimische Possen und Lustspiele kunstloser Art, Fescenninen, Saturä, Mimen, Atellanen. Ein kunstmäßiges Lustspiel entwickelte sich dort aber erst im 3. Jahrh. v. Chr. unter griech. Einfluß, wo die griech. Komödie in Übersetzungen und über⸗ und Umarbeitungen zuerst durch Livius Andronikus eingeführt wurde, während die einheimischen Kunstgattungen teils wie die Fescenninen zurückgedrängt, teils wie die Saturä des dramatischen Charakters beraubt, teils endlich wie die Mimen und Atellanen kunstmäßig als dramatische Spiele ausgebildet wurden. Später, um den Beginn des 2. Jahrh., begannen röm. Dichter auch einheimische Stoffe in der Form der griech. Komödie zu bearbeiten, und nun unterschied man die auf griech. Quellen beruhende Komödie nach der griech. Tracht, namentlich dem pallium (s. d.), in welchem die Schauspieler darin auftraten, als C. palliata von der C. togata, in welcher die Schauspieler die röm. Toga (s. d.) trugen. Die C. togata hieß so auch im Unterschiede von der einheimische Stoffe behandelnden tragoedia praetexta, in welcher vornehme Personen in der toga praetexta auftraten, weil in der röm. Komödie nicht Vornehme, sondern nur Leute aus den mittlern und untern Ständen vorgeführt wurden. Mit Rücksicht darauf wurde später für diese C. von den Buden (tabernae) der in ihr auftretenden Handwerker und Gewerbetreibenden der Name tabernaria üblich.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 541Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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